Empfehlungen basierend auf "Funny Boy : Roman"
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von Jeffrey Eugenides
Middlesex - bk94; Rowohlt Verlag; Jeffrey Eugenides; Paperback; 2003
von James Baldwin
Nach "Von dieser Welt" (ID-A 22/18) zweite Neuübersetzung aus dem Werk des wiederentdeckten US-Schriftstellers James Baldwin (1924-1987). Dieser 1974 erschienene Roman ist ein ebenso zeitloses wie aktuelles Dokument des alltäglichen Rassismus in den USA (und anderswo). Tish und Fonny leben in Harlem, NYC. Sie repräsentieren typische Schicksale ihrer Zeit und ihres sozialen Umfelds. Tish wird früh schwanger, doch noch vor der geplanten Heirat wird Fonny verhaftet. Er wird beschuldigt, eine Frau vergewaltigt zu haben. Tish und ihre Familie setzen alles daran, ihn aus der zermürbenden Haft zu holen, versuchen mit allen Mitteln, Geld für Anwalt und Kaution aufzutreiben und sind dafür nahezu gezwungen, selbst in die Spirale von Kriminalität und Armut zu rutschen. Aber gegen die Willkür einer weissen Justiz hat ein schwarzer Verdächtiger kaum eine Chance. Baldwins Roman ist aus der Perspektive der 18-jährigen Tish geschrieben, in ihrem eigenen Sprach- und Ausdrucksvermögen, unmittelbar und ohne reflektierende Erzählerdistanz. Die Verfilmung von Barry Jenkins ist für Frühjahr 2019 angekündigt. Empfehlenswert
von Douglas Stuart
Der Bookerpreisträger Douglas Stuart erzählt von der Liebe zweier Jungen in einer von Gewalt geprägten homophoben Welt. „Ein Meilenstein des Sozialrealismus im jungen 21. Jahrhundert.“ (Christian Baron, Der Freitag) Für die hypermaskuline Welt der Arbeiterviertel im Glasgow der 90er Jahre ist Mungo zu hübsch und zu sanft. Sein Bruder Hamish, gefürchteter Bandenführer, will ihn zum Mann machen und schleift ihn zu den brutalen Kämpfen zwischen Protestanten und Katholiken – nur wer hart genug ist, kann hier überleben. Dann trifft Mungo auf James und mit ihm kann er sein, wie er ist. Mit ihm lernt er ein Begehren kennen, das geächtet ist, das ihn mit Scham erfüllt, aber auch mit Glück, das er selbst vor seiner Schwester Jodie verleugnen muss, mit der er sonst alles teilt. Denn die Liebe, die zwischen den Jungen wächst, ist lebensgefährlich – und zugleich ihre Rettung. Ein großartiger Roman über Liebe in einer von Gewalt geprägten homophoben Welt und die Verheißung von Aufbruch und Befreiung.
von Douglas Stuart
Für seinen Roman „Shuggie Bain“ wurde Douglas Stuart mit dem Booker Preis 2020 ausgezeichnet. „Das beste Debüt, das ich in den letzten Jahren gelesen habe.“ (Karl Ove Knausgård) „Dieses Buch werdet ihr nicht mehr vergessen.“ (Stefanie de Velasco) Shuggie ist anders, zart, fantasievoll und feminin, und das ausgerechnet in der Tristesse und Armut einer Arbeiterfamilie im Glasgow der 80er-Jahre, mit einem Vater, der virile Potenz über alles stellt. Shuggies Herz gehört der Mutter, Agnes, die ihn versteht und der grauen Welt energisch ihre Schönheit entgegensetzt, Haltung mit makellosem Make-up, strahlend weißen Kunstzähnen und glamouröser Kleidung zeigt - und doch Trost immer mehr im Alkohol sucht. Sie zu retten ist Shuggies Mission, eine Aufgabe, die er mit absoluter Hingabe und unerschütterlicher Liebe Jahr um Jahr erfüllt, bis er schließlich daran scheitern muss. Ein großer Roman über das Elend der Armut und die Beharrlichkeit der Liebe, tieftraurig und zugleich von ergreifender Zärtlichkeit.
von Lou Conradi
Spätsommer 2015, Berlin. Während in Heidenau und Freital rassistische Mobs Geflüchtete angreifen, planen Steph, eine linksradikale Butch, und Maria, eine kommunistische trans Frau, zusammen ein Kind zu bekommen. Mit Erfolg: Steph ist schwanger! Was als alternative Familiengründung geplant war, ist jedoch schnell ein Chaos aus Beziehungsgeflechten und Existenzängsten. Zwischen Demonstrationen, Polizeigewalt, Transition und Wohnungslosigkeit versucht eine Gruppe junger, impulsiver Queers, Kontrolle über ihr Leben zu behalten, während um sie herum die politische Lage längst außer Kontrolle geraten ist.