3.9

Frühstück bei Tiffany. SZ-Bibliothek Band 51 by Capote, Truman; Zerning, Heidi

von Truman Capote, Heidi Zerning

Format:Softcover

Amerikanischer Autor (1924-1984). - Sie weiß, wie sie von einem reichen Verehrer fünfzig Dollar für die Toilette kriegt, ohne sich klein zu machen. Sie weiß, wie man eine gute, laute Party feiert. Und sie weiß, was hilft, sobald sie das”rote Grausen“überfällt, diese unbestimmte Angst vor der Welt: ein Abstecher zu Tiffany's. Steht sie erst vor der prächtigen Auslage des Juweliers an der Fifth Avenue, kann ihr nichts und niemand mehr etwas anhaben. Und es ist nicht immer leicht, Holly Goligthly zu sein, achtzehn Jahre alt, so charmant wie hübsch und hungrig auf alles, was noch kommen soll.”Eine liebenswerte Irre“, wie ihr Agent sagt, der sie einst auflas, als sie noch das dürre, naive Mädchen aus der Provinz namens Lullamae war, geflüchtet in die Metropole New York, das große, glitzernde Versprechen. Wer es dort schaffen will, auch das hat Holly verstanden, muss leichtfüßig durchs Leben tänzeln, darf sein Herz nicht an Dinge und Menschen hängen, seinem Kater keinen Namen geben und muss immer auf alles gefasst sein. Nur mit einem hat sie nicht gerechnet: dass sie sich ausgerechnet in einen unbekannten Schriftsteller verlieben würde, der ebenso mittellos und abhängig von fremder Gunst ist wie sie und auch noch ohne festen Platz in diesem verrückten Spiel.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
108 SeitenSoftcover
Erschienen an: 2007

Was ist bookie?

  • Gratis Lieferung in Deutschland
  • Finde Bücher die zu dir passen
  • Tracke dein Leseverhalten und setze dir Ziele
  • Connecte dich mit anderen Leser*innen

Aktuelle Rezensionen(2)

3.9(30 ratings)
LeaRezension von Lea

Ich habe die Verfilmung von Frühstück bei Tiffany nicht gesehen, also hatte ich keinerlei Erwartungen an das Buch. Allerdings war ich schon immer von Audrey Hepburns ikonischer Holly Golightly im Allgemeinen fasziniert, also musste ich dieses Buch einfach lesen. In dem Buch geht es um die leicht tragische Freundschaftsbeziehung unseres namenlosen Erzählers zu dem temperamentvollen Starlet/Schauspielerin Holly Golightly. "Ich will nichts besitzen, bis ich weiß, dass ich den Ort gefunden habe, an dem ich und die Dinge zusammengehören." Holly ist eine faszinierende Figur, die aus Gegensätzen besteht. Sie ist weltgewandt und verletzlich, stilvoll und krass, ein Mädchen, das offensichtlich eine Füchsin spielt, aber unendlich gebrochen ist und nicht weiß, was sie wirklich braucht. Das Lesen von Frühstück bei Tiffany war wie der Anblick eines brennenden Feuerwerkskörpers, der darauf wartete, in die Luft zu gehen, denn jede Wendung des Romans und jede Entscheidung, die Holly traf, fühlte sich an wie ein Schritt näher am Ruin. Ihre Charakterisierung ist der beste Teil des Romans. Ich glaube, Capote wollte, dass wir sie mögen, dass wir in ihr ein beschädigtes, verletzliches, verlorenes Mädchen sehen, das gerettet werden muss und einen Ort braucht, den es sein Zuhause nennen kann. Sie ist schön, charmant, und die Männer laufen ihr in Scharen nach. Sie ist schockierend (für die damalige Zeit, und für heute, wage ich zu behaupten). Manchmal ist sie auch nachdenklich. Aber ich fand sie, inmitten ihrer "Lieblinge", ziemlich unsympathisch und völlig selbstverliebt. Ich wurde ihrer Auslassungen überdrüssig und versuchte, aus ihr schlau zu werden, was beim Lesen dieses Buches ein Problem darstellt. Ich weiß, dass diese Figur zu einer geliebten Ikone einer bestimmten Ära geworden ist, hauptsächlich wegen Audrey Hepburns Darstellung in der Filmversion, vermute ich. Ich verstehe, dass sie dieses ultra-elegante Mädchen sein soll, dem alle Frauen nacheifern wollen und mit dem alle Männer zusammen sein wollen. Ich verstehe das, wirklich. Doch ich komme einfach nicht über die Tatsache hinweg, dass sie ein amoralischer Sozialschmarotzer ist, der nicht einmal Kritik an seinem offen gesagt erbärmlichen Lebensstil oder einen Ratschlag, diesen Weg nicht weiterzugehen, gelten lassen will. Als sie wegen ihrer Geschäfte mit der Mafia verhaftet wurde, war meine erste Reaktion: "GUT!" Ich finde sie nicht irgendwie 'romantisch', ich finde sie einfach nur unausstehlich. Ich habe es gesagt. Und bestimmt gibt es eine Flut von Golightly-Liebhabern, die mir sagen, ich hätte das Thema verfehlt. Wenn man bedenkt, dass das Buch 1958 veröffentlicht wurde, kann ich mir vorstellen, dass der Humor und die Dialoge in diesem Buch zu dieser Zeit ziemlich gewagt waren. Truman Capotes Schreibstil ist fantastisch, aber dieses Buch war für mich nur 3 Sterne wert. Der Boom, den ich erwartet hatte, entpuppte sich als nichts weiter als ein Knall. Den Hype kann ich leider nicht nachvollziehen.

BiankaRezension von Bianka

Nachdem es fast schon eine Wissenslücke ist, wenn man sowohl Film als auch Buch noch nicht kennt, habe ich nicht lange gezögert und es bei meiner letzten Rebuy Bestellung direkt eingepackt. In nur wenigen Seiten konnte mich Truman Capote mit seinem einfallsreichen, prägnanten und pfiffigen Schreibstil sofort überzeugen. Es hat so Spaß gemacht, die Protagonisten und vor allem Holly Golightly endlich kennenzulernen. Besonders Holly ist ein Charakter, der nicht nur mich sofort fasziniert hat. Sie hat etwas an sich, das Menschen (vor allem Männer) anzieht. So war unser Protagonist/ Erzähler, dessen Name bis zuletzt nicht bekannt wurde, nicht der einzige, der ein reges Interesse an ihr zeigte. Sie ist souverän, eigensinnig, selbstsicher, glamourös und eine Person, die einfach nur strahlt - Jedenfalls im ersten Augenschein: Truman Capote zeigt in seiner Novelle auch die andere Seite von Holly Golightly, die melancholische, finstere und traurige Seite der doch so glamourösen Holly. Er zeigt die Fasetten einer Glamourwelt, die trauriger, belangloser und viel tiefgründiger ist, als ich es für möglich gehalten habe. Es gab Stellen, die mich zum Lachen, Stellen, die mich fast zum Weinen gebracht haben. Und es gab Stellen, die mich mit Fragen zurückgelassen (die im übrigen immer noch in meinem Kopf schwirren) und Stellen, die mich verzaubert haben. Dieses kurze Buch konnte mich unterhalten und zum Nachdenken anregen. Ich empfehle es unumstößlich weiter!

Ähnliche Bücher