3.3

Ein Bär will nach oben

von Hans Pfitzinger, William Kotzwinkle

Format:Softcover

In William Kotzwinkles neuestem Buch schickt der amerikanische Autor einen Bären auf die Reise durch die Welt der Medien und Verlage. Alles beginnt damit, daß ein Bär ein Manuskript im Wald findet. Er begutachtet es und hat an den Zutaten der Story nichts auszusetzen: viel Sex und Angeln. Der Bär nimmt das Manuskript ins Maul, gibt sich den Namen Hal Jam und macht sich auf den Weg zu einem Verleger. Seine Blitzkarriere als Schriftsteller beginnt. Kein Mensch sieht in dem neuen Star Hal Jam einen Bären -- durch seine unorthodoxe Art sich zu verhalten, sein ständiges Brummen und seine seltsame Angewohnheit, sich in den unpassendsten Momenten auf dem Boden zu räkeln, wird der kauzige Autor noch interessanter, die Frauen liegen ihm zu seinen Tatzen. Verleger und Journalisten jubeln: ein neuer Hemingway! Doch für einen stehen die Dinge gar nicht gut: Arthur Bramhall, der den Verlust seines Manuskriptes, das eigentlich sein Lebenswerk darstellen sollte, nur leidlich verkraftet und sich in seinem Schmerz in die tiefe Wildnis des Waldes zurückzieht. Kotzwinkle weiß, wovon er schreibt, denn der Schöpfer von E. T. hält sich schon lange in den Bestsellerlisten auf. Seine Beobachtungen hat er zusammengefaßt in einer Mischung aus Karikatur und modernem Märchen. Mit sprachlicher Leichtigkeit und Gott sei Dank ohne die ansonsten so weitverbreitete Bitterkeit bringt Kotzwinkle den Leser zum Lachen. Der bärige Held Hal Jam erobert mit seiner naiven Unschuld nicht nur in der Story Sympathien, sondern auch beim Leser. --Susanne Solau

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
272 SeitenSoftcover
Erschienen an: December 1, 1998

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.3(1 ratings)
RobertRezension von Robert

Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte … ah ne. Falsches Buch. Was passiert, wenn ein Bär sich in unserer Welt der hochintelligenten Menschenaffen einschleusen, gar noch mehr, als ein weiser Schriftsteller sich ausgeben möchte, und wie häufig gelingt es einer Lektüre, "fast" sozialkritisch zu sein? Solltest du dich dass schon immer gefragt haben, habe ich nicht nur einige Fragen zu deinem allgemeinen Wohlergehen, sondern auch ein Buch dir zu empfehlen! In dem leicht leserlichen Zwischendurch-Roman "Ein Bär will nach oben" eröffnet uns William Kotzwinkle ebendiese Geschichte, die zwar einiges aufbaut und stets versucht, Satire zu liefern, es jedoch meist, wenn überhaupt, nur auf eine überspitzt cartoonige Art und Weise schafft. Auch etwas mehr Mut hätte ich dem Autor gewünscht, aufgebaute Wortspiele präziser einzufügen – es hätte dem Ton meines Erachtens nach gutgetan. Doch die Negativität meiner Worte muss an Gewicht verlieren, ehe ich sie auf die Waage dieser Bewertung lege. Denn diese Lektüre hat nie versucht, mehr zu sein, als das, was sie mir letztendlich lieferte, und zumindest das unverzagte Ende fand ich wirklich passend gewählt. Ich ging aus dem Ganzen als zwar gleichdenkender, aber deutlich frischerer Mensch heraus. William Kotzwinkle, wir können Freunde bleiben – doch mehr kann ich mir im moment einfach nicht vorstellen.

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