Wenn nach zwei im Jahr 2001 erschienenen und hier breit empfohlenen Büchern über Nietzsches Schwester Elisabeth (1846-1935) von Carol Diethe und Dirk Schaefer nun eine Darstellung folgt, die im Umfang die Summe beider vorgenannten Titel deutlich übersteigt, ist die Erwartungshaltung in Bezug auf die neuen bedeutenden Erkenntnisse und ihre Begründung durch eine geänderte Quellenlage gross. Doch genau an diesem Punkt ist es so weit nicht her: vor dem geistigen Auge des durchhaltenden Lesers zieht eine Geschichte vorüber, in der nicht nur Bruder Friedrich, sondern auch andere grosse Namen eine Rolle spielen: z. B. Harry Graf Kessler und Rudolf Steiner, um nur die namhaftesten zu nennen. Aus Briefwechseln wird zahlreich und lebhaft zitiert. Das ist bei weitem nicht uninteressant, aber langatmig, nicht zuletzt wegen der inneren Monologe, welche die Autorin zu lieben scheint. Der zumeist angestrengt literarische Stil steht dem Sachbuch doch sehr im Wege. Nichts gegen die Interpretation des Lebens der zu lange verachteten Schwester als frühe Ikone der Frauenemanzipation! (3)
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Die Schwester: Das Leben der Elisabeth Förster-Nietzsche
von Kerstin Decker
Wenn nach zwei im Jahr 2001 erschienenen und hier breit empfohlenen Büchern über Nietzsches Schwester Elisabeth (1846-1935) von Carol Diethe und Dirk Schaefer nun eine Darstellung folgt, die im Umfang die Summe beider vorgenannten Titel deutlich übersteigt, ist die Erwartungshaltung in Bezug auf die neuen bedeutenden Erkenntnisse und ihre Begründung durch eine geänderte Quellenlage gross. Doch genau an diesem Punkt ist es so weit nicht her: vor dem geistigen Auge des durchhaltenden Lesers zieht eine Geschichte vorüber, in der nicht nur Bruder Friedrich, sondern auch andere grosse Namen eine Rolle spielen: z. B. Harry Graf Kessler und Rudolf Steiner, um nur die namhaftesten zu nennen. Aus Briefwechseln wird zahlreich und lebhaft zitiert. Das ist bei weitem nicht uninteressant, aber langatmig, nicht zuletzt wegen der inneren Monologe, welche die Autorin zu lieben scheint. Der zumeist angestrengt literarische Stil steht dem Sachbuch doch sehr im Wege. Nichts gegen die Interpretation des Lebens der zu lange verachteten Schwester als frühe Ikone der Frauenemanzipation! (3)
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