2.5

Die Schrecklichen

von Pia Klemp, Claudia Schramke

Format:Hardcover
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Die glühende Feministin und unverbesserliche Misanthropin Gorgo eckt überall an. Sie ­gehört zu den ›Schrecklichen‹, denn sie weist ­unablässig darauf hin, was in dieser Welt alles schiefläuft. Zusammen mit ihren Freundinnen ­betreibt sie ein inoffizielles Frauenhaus. Die bunte Truppe streitet sich um alte und neue Rollen­bilder, frönt dem zivilen Ungehorsam und ­debattiert über den Niedergang des Patriarchats. Gorgo setzt sich unerbittlich für einen drastischen Wandel ein und kämpft an so vielen Fronten wie möglich: gegen Nazi-Propaganda, gegen Massentier­haltung und Fleischverzehr, gegen sexistische Werbung. Immer mit einer Portion Wut im Bauch und einem Glas Weißweinschorle in der Hand. Ein gesellschaftskritischer Roman über Frauen und queere Menschen, ihre Kämpfe gegen ­Unterdrückung und gegen das falsche Leben in einer Welt, die das Schrecklichsein unausweichlich macht.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
208 SeitenHardcover
Erschienen an: 2023-01-01

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Aktuelle Rezensionen(1)

2.5(2 ratings)
nessaboRezension von nessabo

Der Titel ist hier wirklich Programm… Eigentlich hat mich der Klappentext trotz des negativen Titels positiv gestimmt. Denn Bücher mit politischer Botschaft mag ich gern und dass sogar Tierrechte mitgedacht werden im menschlichen Befreiungskampf, hat mich erst recht überzeugt. Und ich runde auch wohlwollend auf für das explizit Politische dieser Geschichte. Denn gerade weil die Aussagen sicherlich vielen Menschen aufstoßen werden, bewerte ich diesen Grenzgang positiv - Bücher sind schließlich auch dafür da, unseren Horizont aufzubrechen, so schmerzhaft das manchmal ist. Aber darüber hinaus kann ich leider nicht viel Positives nennen. Gorgo ist wirklich durch und durch misanthrop. Das alleine wäre sicherlich weniger ein Problem, wenn sie charakterlich eine Entwicklung durchmachen würde oder zumindest zu ihren Freund*innen eine Beziehung aufbauen könnte. Doch abgesehen von ein paar wirklich lieben, solidarischen Momenten konnte ich da nicht viel spüren. Den Schmerz der Protagonistin, die in ihrem politisch so aufgeklärten Freund*innenkreis immer wieder ihren Veganismus verteidigen muss, kann ich sehr gut nachvollziehen. Und auch die rotzige Widerständigkeit der Protagonistinnen inkl. wirklich inspirierender Protestaktionen hat mich gepackt. Aber die Geschichte hängt einfach so sehr an der Protagonistin Gorgo und die hat mich ehrlicherweise vor allem deprimiert. Auch sprachlich war der Text nicht mein Fall. Pia Klemp arbeitet mit extrem vielen Metaphern, Bildern und Assoziationen. Das alleine gefällt mir üblicherweise schon nicht so sehr, aber die schiere Masse und Aneinanderreihung dieser Stilmittel war mir noch einmal deutlich zu viel. Der Roman hätte meiner Meinung nach richtig viel Potenzial gehabt, wenn female rage und solidarische Verbundenheit besser in Balance gewesen wären. Auf die hier vorliegende Art war er für mich aber vielmehr eine Enttäuschung.

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