Empfehlungen basierend auf "Die konformistische Revolte"
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von Steven Levitsky
Ausgezeichnet mit dem NDR Kultur SachbuchpreisDemokratien sterben mit einem Knall oder mit einem Wimmern. Der Knall, also das oft gewaltsame Ende einer Demokratie durch einen Putsch, einen Krieg oder eine Revolution, ist spektakulärer. Doch das Dahinsiechen einer Demokratie, das Sterben mit einem Wimmern, ist alltäglicher – und gefährlicher, weil die Bürger meist erst aufwachen, wenn es zu spät ist. Mit Blick auf die USA, Lateinamerika und Europa zeigen die beiden Politologen Steven Levitsky und Daniel Ziblatt, woran wir erkennen, dass demokratische Institutionen und Prozesse ausgehöhlt werden. Und sie sagen, an welchen Punkten wir eingreifen können, um diese Entwicklung zu stoppen. Denn mit gezielter Gegenwehr lässt sich die Demokratie retten – auch vom Sterbebett.
von Marcel Lewandowsky
30 Jahre WISSEN Der Aufstieg der Rechten weltweit – Ursachen und Auswirkungen Parteien und Bewegungen der radikalen und extremen Rechten sind auf Erfolgskurs. Sie gewinnen Wahlen, bilden Regierungen und beeinflussen öffentliche Debatten. Rechtspopulistische Parteien, die vordergründig die Demokratie bejahen, ebnen Themen und Akteuren der äußersten Rechten den Weg in Institutionen und Diskurse. Dort, wo sie an der Macht sind, werden die Demokratie und der Rechtsstaat in Mitleidenschaft gezogen. Der Politikwissenschaftler Marcel Lewandowsky zeichnet die Geschichte der Rechten nach dem Zweiten Weltkrieg nach, erläutert die Ursachen für ihre neuerlichen Erfolge und erörtert ihre Auswirkungen auf die Demokratie.
von Mark Schieritz
Die Krise der Demokratie wird öffentlich gern mit einer Krise der Politik gleichgesetzt: Menschen wählen angeblich extremistische oder populistische Parteien, weil Politiker*innen nicht auf ihre Sorgen und Ängste eingehen. Aber hat das Wahlvolk wirklich immer recht? Und wie können wir unsere Demokratie schützen, wenn der Wählerwille in Teilen antidemokratisch ist? Um diese Frage zu beantworten, fordert ZEIT-Journalist Mark Schieritz in seinem klugen Debattenbuch: Nicht nur die Politik, auch die Wählenden müssen Verantwortung übernehmen. Denn eine liberale Demokratie ist auf aufgeklärte Bürger*innen angewiesen – sonst wird sie zur Fassade.
von Daron Acemoglu
detailliert recherchierte und spannend verfasste Erinnerung daran, dass breite Korridore der Freiheit entscheidende Wettbewerbsvorteile liberaler Demokratien sind
von Katja Reider
„Wer bringt hier endlich Ruhe rein? Wer soll im Land Bestimmer sein?“ So funktioniert Demokratie – witzig, klug gereimt und fantasievoll illustriert Wer glaubt, die alten Griechen hätten die Demokratie erfunden, irrt gewaltig: Es war Erdmännchen Elvis! Wenn die Tiere im Dschungel aufeinandertreffen, kommt es immer wieder zu Streit. Wer hat gebrüllt, wer schnarcht zu laut, wer hat die Kokosnuss geklaut? Wer rückt dem andern auf die Pelle? Wer darf wann an die Wasserstelle? Wie lässt sich bloß Ruhe in die Tierwelt bringen? Für die Löwen ist das keine Frage, sie wollen Bestimmer sein, weil sie die Zähne fletschen können. Die Zebras rühmen sich dagegen als vegetarische Friedensstifter. Und die Elefanten sind sowieso die Größten. Wer soll also die Tierwelt anführen? Die zündende Idee hat schließlich ein kleines Erdmännchen namens Elvis.
von David Hesse
Die Schweiz wird geformt von Wasser, Wetter, Stein – und Volksabstimmungen. Seit der Gründung des modernen Bundesstaates 1848 haben die Stimmberechtigten mehr als 670-mal an der Urne Veränderungen der Nation beschlossen oder aufgehalten, mit einem «Ja», einem «Nein» oder einem leeren Stimmzettel. Immer wieder haben Volksentscheide Weichen gestellt. Wir könnten heute in einer Schweiz ohne Armee leben. In einem EU-Staat. In einem Bund von nur 25 Kantonen. In einem Land ohne Frauenstimmrecht. Die Bevölkerung hat dafür gesorgt, dass es anders ist. Nach meist langen, gelegentlich erbitterten öffentlichen Debatten ist sie zur Abstimmung geschritten über die Gründung der SBB oder der AHV, über das Proporzwahlrecht ebenso wie über den Bau von Atomkraftwerken, ein neues Eherecht, eine vierte Landessprache oder den UNO-Beitritt … «Heute Abstimmung» stellt dreissig Urnengänge vor, die bis heute nachwirken und das Land zu dem gemacht haben, das es heute ist. Und es ist das Porträt einer Nation aus Sicht der stimmberechtigten Bevölkerung. «Hesse und Loser hatten die brillante Idee, die Geschichte der modernen Schweiz auf dreissig Volksabstimmungen zu verdichten. Selten so kompakt, so anschaulich, so viel über die Schweiz gelernt.» Michael Hermann, Politologe, Sotomo «Direkte Demokratie will uns Macht verleihen. Doch nur, wer weiss, was sie tatsächlich bewegen kann, fühlt sich ermächtigt. ‹Heute Abstimmung!› bietet den längst überfälligen Streifzug durch all jene Volksentscheide, die mit der Vergangenheit brachen und die Gegenwart bis heute prägen.» Rahel Freiburghaus, Politologin, Universität Bern
von Nina Schick
Dank neuester Entwicklungen im Bereich der KI sind hochentwickelte maschinelle Systeme durch das Scannen und Verändern bestehenden Fotomaterials in der Lage, Fotos oder Videos zu generieren und sie mit einem Kontext auszustatten, den es nie gegeben hat. Wird darauf zudem eine authentisch wirkende Tonspur gelegt, sind die Resultate absolut überzeugend - und verheerend in ihrer Wirkung.Diese so genannten »Deep Fakes« sind eine reale Gefahr für Demokratien, denn sie haben die Macht, Wahlmanipulation auf ein ganz neues Level zu heben und die Entscheidungen nichtsahnender Bürger massiv und grundlegend zu beeinflussenDie KI-Expertin und politische Beraterin Nina Schick enthüllt in ihrem ersten Buch schockierende Beispiele von Deep Fakes und erläutert die politischen Konsequenzen einer drohenden Infokalypse. Sie beantwortet die drängende Frage, warum die Regierungen und Tech-Unternehmen so schockierend unvorbereitet sind, dieser Gefahr zu begegnen - und klärt uns auf, was wir tun können, um uns vor den Gefahren zu schützen, die die neue Technik mit sich bringt.
von Yascha Mounk
Die Demokratie steckt weltweit in einer tiefen Krise. Die Zahl der Protestwähler steigt, Populisten erstarken, traditionelle Parteiensysteme kollabieren. Der renommierte Politologe Yascha Mounk untersucht diesen alarmierenden Zustand, der zwei Muster erkennen lässt: Entweder werden wie in den USA, Ungarn, Polen und der Türkei Demagogen ins Amt gewählt, die die Rechte von Minderheiten mit Füßen treten, oder eine Regierung verschanzt sich, freiheitliche Rechte garantierend, hinter technokratischen Entscheidungen – und verliert wie in Deutschland, Großbritannien und Frankreich zunehmend an Volksnähe. Klar und deutlich erklärt Mounk die komplexen Gründe und Mechanismen, die die Demokratie zu Fall bringen können. Er benennt Maßnahmen, um bedrohte soziale und politische Werte für die Zukunft zu retten. Dazu gehört, eine breite Koalition gegen Populisten aufzubauen, die Unabhängigkeit der Justiz und Presse zu verteidigen, die Teilhabe der Bevölkerung an politischen Prozessen zu stärken, die soziale Ungleichheit zu bekämpfen – und vor allem die persönliche Komfortzone zu verlassen, um sich im Sinne der Demokratie politisch zu engagieren. Eine brillante und aufrüttelnde Analyse unserer politisch aufgeheizten Gegenwart. Quelle: Klappentext.
von Fabio Wolkenstein
SÖDER, KURZ ODER ORBÁN - WOHIN STEUERT DIE EUROPÄISCHE CHRISTDEMOKRATIE? In Ungarn wickelt Viktor Orbáns Fidesz-Partei gerade die Demokratie ab und beruft sich dabei besonders emphatisch auf die christdemokratische Tradition. Ein ungehöriger Affront, könnte man meinen. Aber wie ernst war es christdemokratischen Parteien in der Vergangenheit eigentlich mit der liberalen Demokratie? Nach Ende des Zweiten Weltkriegs feierte die Christdemokratie in Europa ihren Siegeszug. Dabei setzten sich besonnene Staatsmänner wie Konrad Adenauer, Alcide de Gasperi oder Robert Schuman auf einem vormals von Krieg und Gewalt geprägten Kontinent nachdrücklich für Frieden, Wiederaufbau und Stabilität ein. Dennoch hatte die Christdemokratie im Nachkriegseuropa auch eine dunkle Seite: Der autoritäre Geist des reaktionären politischen Katholizismus wirkte in ihr weiter, was sich etwa an der unverhohlenen Bewunderung vieler Christdemokraten für Diktatoren wie Franco und Salazar oder einem angespannten Verhältnis zur freien Presse und den Institutionen der liberalen Demokratie offenbarte. Durch die schrittweise Abkehr von konservativen Positionen in Deutschland vor allem in der Ära Kohl vollzogen erfuhr die Christdemokratie schließlich einen nachhaltigen Demokratisierungsschub. Allerdings war der Preis dafür eine ideologische Entkernung. Fabio Wolkenstein blickt in seinem Buch auf die lange und wechselvolle Geschichte der Christdemokratie in Europa zurück und fragt, welchen autoritären Versuchungen sie widerstanden, aber auch welchen sie nachgegeben hat. Dabei spannt er einen weiten Bogen bis zur Gegenwart: Welche Strategien des Machterhalts wählen christdemokratische Parteien heute? Lupenreine Demokraten? Das ambivalente Verhältnis der europäischen Christdemokratie zum rechten Rand Welche Strategie wird sich in den kommenden Jahren in der Union durchsetzen?