Geschichte ihrer selbst, Gesellschaftsporträt, universelle Chronik: Annie Ernaux’ aufsehenerregendes Werk wirkt von Beginn an weit über die französischen Grenzen hinaus. Eine faszinierende Einladung, das eigene Leben zu hinterfragen. Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die sogenannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind und betrachtet auf faszinierende Weise ihr Leben – unser Leben, das Leben.
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Die Jahre
von Annie Ernaux, Sonja Finck
Geschichte ihrer selbst, Gesellschaftsporträt, universelle Chronik: Annie Ernaux’ aufsehenerregendes Werk wirkt von Beginn an weit über die französischen Grenzen hinaus. Eine faszinierende Einladung, das eigene Leben zu hinterfragen. Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die sogenannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt Annie Ernaux die Jahre, die vergangen sind und betrachtet auf faszinierende Weise ihr Leben – unser Leben, das Leben.
Aktuelle Rezensionen(9)
Ich habe sehr lange für das Buch gebraucht aber fand es am Ende sehr bereichernd. Ich bin 2002 geboren und habe 99% der Dinge nicht miterlebt. Dadurch musste ich sehr viel googeln aber ich habe auch sehr viel dazu gelernt. Umso näher es an die Gegenwart gekommen ist umso leichter fiel dann auch das Lesen. Am Ende war es erstaunlich wie die beschriebene Gefühle der 80er und 90er Jahre auf die heutigen Gefühle zutrafen. Es war auf eine komische Art beruhigend das diese Gefühle nicht neu sind.
Eine starkes Buch, ganz eigener Stil. Es gibt einen viele Denkanstöße in mehrfacher Hinsicht. Insbesondere, wenn man die beschriebenen Zeitepochen selbst erlebt hat.
Die Jahre ist ein Buch, in dem Annie Ernaux anhand ihrer persönlichen Erinnerungen die Geschichte der letzten Jahrzehnte schildert. Sie beschreibt die gesellschaftlichen Hintergründe und Geschehnisse, die sich still neben ihrem persönlichen Leben ereigneten. Was mich am meisten interessierte, ist ihr persönliches Erlebnis als Frau im Wandel der Zeit. Annie Ernaux schildert dies ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen in der dritten Form und es schien mir, als hielte sie Abstand von sich selbst, um unzensiert erzählen zu können. Ein Porträt der europäischen Geschichte nach dem Krieg, eingebettet in ihre Lebensgeschichte. Ich habe so viele geschichtliche Hintergründe erfahren dürfen und es dabei sehr genossen!
Wunderschöne Sprache, von der Handlung her etwas schleppend
in 'die jahre' fasst annie ernaux die jahrzehnte von den vierzigern bis ins 21. jh. zusammen. ihre beobachtungen zum lebensgefühl der jeweiligen zeit sind zunächst spannend zu lesen, vor allem, wenn sie von ihrer kindheit erzählt. pointiert schafft sie es, das unsagbare ihrer familie, ihres milieus festzuhalten. mit den späteren dekaden werden ihre beobachtungen weniger feinsinnig und ich hatte zeilenweise das gefühl, den jahresrückblick von tf1 zu lesen. je mehr sie die allgemeinen politischen momente und weniger aus dem eigenen leben erzählt, desto nichtssagender wurde es für mich.