Für seine Analyse der Kolonialgeschichte nimmt M. Davis den originellen Ansatz, die Klimabedingungen in den Ländern des Südens - insbesondere die Ende des 19. Jahrhunderts auftretenden Dürreperioden - zum Ausgangspunkt. Jedoch errichtet er kein abstraktes Theoriegebäude, sondern zeichnet am Beispiel von Indien, China und Brasilien ein historisch genaues eindrückliches Bild der Hungersnöte und deren Benutzung zugunsten der machtpolitischen Interessen der Kolonialmächte. Die Verelendung der Dritten Welt erscheint hier gerade nicht als ein Zeichen ihrer Rückständigkeit, sondern als Folge der Zerstörung gewachsener Strukturen zwecks Eingliederung der Drittwelt-Ökonomien in den Weltmarkt zum Wohle der imperialen Staaten. Dass Hungersnöte nicht dem Klima geschuldet, sondern von Menschen gemacht sind, belegt die Studie ebenso eindringlich wie die Feststellung, dass noch im 18. Jahrhundert der Lebensstandard in den verschiedenen Zivilisationen gleiches Niveau hatte. Ein außergewöhnlicher, gewichtiger Beitrag des kritischen Sozialwissenschaftlers, obligatorisch für jeden größeren Fachbestand.
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Die Geburt der Dritten Welt.
von Mike Davis
Für seine Analyse der Kolonialgeschichte nimmt M. Davis den originellen Ansatz, die Klimabedingungen in den Ländern des Südens - insbesondere die Ende des 19. Jahrhunderts auftretenden Dürreperioden - zum Ausgangspunkt. Jedoch errichtet er kein abstraktes Theoriegebäude, sondern zeichnet am Beispiel von Indien, China und Brasilien ein historisch genaues eindrückliches Bild der Hungersnöte und deren Benutzung zugunsten der machtpolitischen Interessen der Kolonialmächte. Die Verelendung der Dritten Welt erscheint hier gerade nicht als ein Zeichen ihrer Rückständigkeit, sondern als Folge der Zerstörung gewachsener Strukturen zwecks Eingliederung der Drittwelt-Ökonomien in den Weltmarkt zum Wohle der imperialen Staaten. Dass Hungersnöte nicht dem Klima geschuldet, sondern von Menschen gemacht sind, belegt die Studie ebenso eindringlich wie die Feststellung, dass noch im 18. Jahrhundert der Lebensstandard in den verschiedenen Zivilisationen gleiches Niveau hatte. Ein außergewöhnlicher, gewichtiger Beitrag des kritischen Sozialwissenschaftlers, obligatorisch für jeden größeren Fachbestand.
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