3.5

Die dunkle Stille des Waldes

von Nalini Singh, Katharina Naumann

Format:Softcover

Was hätten die Leute denken sollen, als die bildschöne Nina Rai spurlos aus dem Haus ihresdoppelt so alten Ehemannes verschwand – und mit ihr eine Viertelmillion Dollar? Der Fall wurde schnellstmöglich zu den Akten gelegt, schließlich war keine von Neuseelands reichsten und mächtigsten Familien aus der Nachbarschaft an einem Skandal interessiert. Das ändert sich auch nicht, als Jahre später im schattigen Grün des nahen Waldes eine verstörende Entdeckung gemacht wird: Ninas Knochen, eingehüllt in scharlachrote Seide. Einzig Ninas Sohn Aarav ist fest entschlossen, endlich die hässliche Wahrheit ans Licht zu bringen.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
480 SeitenSoftcover
Erschienen an: August 20, 2021

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.5(2 ratings)
JuliaRezension von Julia

Manche Bücher ziehen einen sofort rein, andere brauchen ein bisschen – und dann gibt es welche, die es erst kurz vor Ende schaffen. Dieses gehört für mich zur letzteren Kategorie. Schon am Anfang werden viel zu viele Charaktere auf einmal eingeführt. Man kann sie kaum auseinanderhalten, weil sie entweder nur oberflächlich beschrieben werden oder erst viel später mehr Infos kommen, die an vorheriger Stelle besser platziert gewesen wären. Dadurch fühlt sich das Ganze total überladen an und es fällt schwer, eine Verbindung zu den Figuren aufzubauen. Ein Aspekt, der gerade beim Miträtseln über die Täterschaft von zentraler Bedeutung ist. Der Schreibstil macht es nicht besser: Die Gedanken des Protagonisten springen wild hin und her. Trotz Ich-Perspektive hat man das Gefühl, kaum an den Überlegungen und Gedanken, weshalb der Protagonist wie vorgeht, teilzuhaben. Ebensowenig an seinen Gefühlen, was ihn sehr weit weg erscheinen lässt. Aufgrund dieser Aspekte und die Flut an oberflächlichen Charakteren stellt sich die Frage, ob durch Perspektivwechsel beides umgangen hätte werden können. Dadurch könnte die eintönige und sprunghafte Gedankenwelt des Protagonisten entzerrt und mehr Spannung aufgebaut werden. Übergange in Gedanken oder Handlungen fühlen sich manchmal hart an und es wirkt so, als hätte die Autorin schon vorher festgelegt, was passieren soll, ohne dass es sich natürlich entwickelt. Man merkt richtig, wie die Handlung gezwungen wird, auf bestimmte Punkte hinzulaufen, anstatt dass sie sich organisch entfaltet. Das fühlt sich beim Lesen einfach unrund an. Dazu kommt, dass Begriffe aus dem Indischen und aus dem Māori (der Sprache der Ureinwohner Neuseelands) verwendet werden und nicht jedes Mal klar wird, was sie bedeuten. Das kann natürlich für Atmosphäre sorgen, aber hier war es einfach nur verwirrend. Neuseeland bietet eine außerordentliche Kulisse und damit jedem und jeder Autorin die Chance Wörter in Musik zu verwandeln. Die Landschaft wurde zwar beschrieben, aber insgesamt hatte ich auch hier das Gefühl, dass es wie bei dem Rest blieb - oberflächlich. Auch die Ermittlungsstruktur ergibt wenig Sinn – ein wichtiges Verhör seitens Polizei findet viel zu spät statt und manchmal fehlen einfach entscheidende Gedankengänge des Protagonisten. Das macht es echt schwer, der Geschichte zu folgen. Erst etwa 70 Seiten vor Schluss wird es endlich spannend und fühlt sich so an, als würde jetzt mal wirklich was passieren. Aber bis dahin war es ein ziemlicher Kampf. Insgesamt wurde ich mit dem Schreibstil der Autorin leider nicht warm. Ich kam, vom Ende abgesehen, nie richtig in den Lesefluss und obwohl die Idee vielleicht Potenzial hatte, war die Umsetzung einfach zu wirr. Wer sich von einem sprunghaften Stil nicht abschrecken lässt und genug Geduld mitbringt, findet hier vielleicht trotzdem etwas Spannendes – für mich war es leider nichts.

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