4.1

Der schwedische Reiter

von Leo Perutz, Hans-Harald Müller, Hans-Harald Müller

Format:Hardcover

Wundersam bunt und düster zugleich schildert Perutz die Welt in "Der schwedische Reiter", der den Leser im Nu in die Zeit um 1700 versetzt. Der Roman erzählt vom verflochtenen Schicksal zweier ungleicher Männer: Krieg und Barbarei beherrschen die Szenerie, in der ein namenloser Vagabund und der desertierte schwedische Offizier Christian von Tornefeld aufeinander treffen. Der eine nimmt mit List und Tücke, aber ebenso aus Liebe zu einer jungen Frau die Identität des anderen an ...

Historische Romane
256 SeitenHardcover
Erschienen an: July 29, 2002

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.1(4 ratings)
CosimaRezension von Cosima

Ich finde einer der besten von Perutz Romanen. Es spielt Anfang des 18. Jh.in Schlesien irgendwo an der polnischen Grenzen. Ein Räuber, der namenlos bleibt, und ein verarmter, schwedischer Adliger, der sich dem Heer des Karl XII anschließen möchte, treffen sich im Winter und bekommen ihr Schicksal von einem Geist vorhergesagt, der selbst ablehnt, ein Geist zu sein. Beide Männer tauschen Rollen, der einen freiwillig, der anderen nicht…. Wie so oft bei Perutz ist die Geschichte stark in der Realität verankert, aber eben mit magischen und mystischen Momenten versetzt. Den Einfluss der jiddischen Geschichten merkt man stark. Jeder der eine Schuld auf sich lädt, muss damit rechnen, dass er dafür bestraft wird. Vergebung gibt es für den Schuldigen nicht (was allerdings als schuldig gilt, darf diskutiert werden und wird es auch!). Perutz schafft es auch, die Armut und Unsicherheit der Schlesien während des großen nordischen Kriegs gut darzustellen. Ansonsten beruht der Roman mehr auf Dialogen als auf Beschreibungen und man muss ihn sehr aufmerksam lesen, um alle kleinere Handlungsstränge beieinander zu halten. Ich fand ihn aber eindeutig leichter zu verstehen, als „Nachts unter der steinernen Brücke“. Und wenn ich mal Lust habe, auf etwas abgefahrene historische Romane, dann greife ich gerne zu Perutz.

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