Zwei junge Sudanesen, Ibrahim und Shikiri, werden auf der Fahrt nach Khartum aus dem Bus gezerrt und zum Militärdienst eingezogen. Ihr Einsatzgebiet: die Provinz Darfur, in der sich die Regierung in einem erbitterten Bürgerkrieg mit Rebellengruppen befindet. Unterstützt werden die Soldaten von den Djandjawid, einer Söldnertruppe, die mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgeht. Im weiteren Verlauf begegnet Shikiri einer jungen Frau, die durch die Djandjawid alles verloren hat und zu allem bereit ist – auch zur Hochzeit mit Shikiri, so er ihr bei ihrem Rachefeldzug gegen die Djandjawid hilft. Es beginnt eine Odyssee dieser drei durch verschiedene Kampfgebiete, zu beiden Kriegsparteien, durch Episoden der sudanesischen Geschichte. Aber es gibt noch jemanden, der die Pläne aller Parteien und Personen durchkreuzt: den sogenannten Messias von Darfur, der jesusgleich predigt, Wunder wirkt und immer mehr Anhänger findet. Kann er Heil bringen in diese aussichtslose Lage? Baraka Sakin schildert in diesem vielschichtigen Roman authentisch die Zerrissenheit des Sudan und gibt dem Leser Einblick in die Mechanismen ähnlicher Konflikte. Er ist aber auch eine bewegende Geschichte über Krieg und Abenteuer, Liebe und Rache, Glauben und Magie. Ein Roman, der von Humor und großer Menschlichkeit geprägt ist.
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Der Messias von Darfur
von Abdelaziz Baraka Sakin, Günther Orth, Enrico Ille
Zwei junge Sudanesen, Ibrahim und Shikiri, werden auf der Fahrt nach Khartum aus dem Bus gezerrt und zum Militärdienst eingezogen. Ihr Einsatzgebiet: die Provinz Darfur, in der sich die Regierung in einem erbitterten Bürgerkrieg mit Rebellengruppen befindet. Unterstützt werden die Soldaten von den Djandjawid, einer Söldnertruppe, die mit äußerster Brutalität gegen die Zivilbevölkerung vorgeht. Im weiteren Verlauf begegnet Shikiri einer jungen Frau, die durch die Djandjawid alles verloren hat und zu allem bereit ist – auch zur Hochzeit mit Shikiri, so er ihr bei ihrem Rachefeldzug gegen die Djandjawid hilft. Es beginnt eine Odyssee dieser drei durch verschiedene Kampfgebiete, zu beiden Kriegsparteien, durch Episoden der sudanesischen Geschichte. Aber es gibt noch jemanden, der die Pläne aller Parteien und Personen durchkreuzt: den sogenannten Messias von Darfur, der jesusgleich predigt, Wunder wirkt und immer mehr Anhänger findet. Kann er Heil bringen in diese aussichtslose Lage? Baraka Sakin schildert in diesem vielschichtigen Roman authentisch die Zerrissenheit des Sudan und gibt dem Leser Einblick in die Mechanismen ähnlicher Konflikte. Er ist aber auch eine bewegende Geschichte über Krieg und Abenteuer, Liebe und Rache, Glauben und Magie. Ein Roman, der von Humor und großer Menschlichkeit geprägt ist.
Aktuelle Rezensionen(1)
ABDELAZIZ BARAKA SAKIN: Der Messias von Darfur übersetzt aus dem Arabischen von GÜNTHER ORTH Dieser kurze, aber sehr gehaltvolle Roman bietet einen spannenden Einblick in das Leben der Menschen in Darfur im Süden des Sudans und die Hintergründe der bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Regierungstruppen und Djandjawid mit lokalen Widerstandsgruppen in dieser Region. Trotz der Brutalität entbehrt die Geschichte nicht eines gewissen dunklen Humors, der die Schrecken des Krieges nicht kleinredet, aber zumindest die Lektüre des Buches erträglich macht. Die Übersetzung aus dem Arabischen von Günther Orth liest sich übrigens ausgezeichnet und kulturelle sowie sprachliche Besonderheiten erschließen sich beim Lesen ohne ausschweifende Erklärungen direkt aus dem Text. Man begleitet vor allem die beiden jungen Männer Ibrahim und Shikiri, die zunächst von der Regierung zwangsrekrutiert werden, dann aber in die Hände der Rebellen fallen und sehr unterschiedlich auf diese Entwicklungen reagieren. Doch auch die Frauen haben eine Stimme in dieser Geschichte: Die junge Frau mit dem Männernamen Abdarrahman ist die einzige Überlebende eines von den Djandjawid verübten Massakers und hat geschworen, ihre Familie zu rächen und schließt sich dafür dem Widerstand als Kämpferin an. Die Geschichte des Messias von Darfur, der als Menschensohn Issa ibn Mariam auftritt und den Menschen ewiges Leben sowie Erlösung von den Djandjawid verspricht, umspannt die Geschichte und stellt die Frage nach der Rolle von Religion in einer aussichtslos brutalen Realität. Ein extrem spannender Roman und eine wichtige afrikanische Stimme zu der komplexen Situation im Sudan! Es war bestimmt nicht mein letztes Buch von Abdelaziz Baraka Sakin.