3.5

Das Witte Kliff

von Reimer Boy Eilers

Format:Softcover

Helgoland – das Hillige Land – im Mittelalter. Neben dem berühmten roten Bundsandstein ragt ein weißer Kreidefelsen aus dem Meer, ein Wunder der Natur und zugleich ein begehrter Baustoff. Mächtige Interessen des Festlands betreiben Raubbau, dagegen wehrt sich der Helgoländer Fischer Rickmer Edlefsen. Er wird zum Tode verurteilt, der Felsen stürzt bei einer Sturmflut ein, die Düne wird auf immer von der Hauptinsel getrennt. In dieser Erzählung wird eine Legende lebendig.

Historische Romane
195 SeitenSoftcover
Erschienen an: November 1, 2025

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.5(1 ratings)
JennyRezension von Jenny

„Witte Kliff“ verwebt die Geschichte der Familie Edlefsen auf eindringliche Weise mit einem der einschneidendsten Ereignisse der Helgoländer Geschichte, dem Untergang des Witte Kliffs im Jahr 1720.  Besonders ist dabei der historische Rahmen, von dem Raubbau am Muschelkalk und den daraus resultierende Verwundbarkeit der Insel. Im Zentrum steht Anna Petrine Edlefsen, die in der Sturmnacht des Untergangs am Kliff gestanden haben soll. Sie wird als starke, entschlossene Frau beschrieben, die weiß, wann man alles auf eine Karte setzen muss. Sie gab ihren gesamten Besitz und Wohlstand auf, um ihren Sohn zurückzubekommen. Ich fand dennoch leider keine tiefere emotionale Nähe zu ihr, ich konnte sie bewundern, aber nicht vollständig fühlen. Besonders stark ist der moralische Konflikt um Rickmers Edlefsen, Fischerhauptmann und Ehemann von Anna Petrine. Sein Versuch, gemeinsam mit dem Sohn ein Schiff auf dem Weg zum Witte Kliff zu sprengen, wirft zeitlose Fragen auf.  Wie weit darf Protest gehen? Ist Gewalt gerechtfertigt, wenn es um Schutz oder um das Durchsetzen der eigenen Überzeugungen geht? Sollte man dafür alles für sich und seine Familie riskieren?  Die eingestreuten farbigen, sowie schwarz-weißen Abbildungen haben mir außerordentlich gut gefallen und den Text schön ergänzt. Insgesamt ist Das Witte Kliff ein inhaltlich starkes, historisch wertvolles Buch mit einer bewegenden Grundidee und eindrucksvollen Figuren. Der Einstieg und allgemein der Schreibstil, auch mit den öfter vorkommenden Wörtern oder Sätzen aus den Platt fiel mir nicht leicht, und emotional blieb für mich manches auf Distanz, doch die Geschichte selbst hat mich nachhaltig beschäftigt. Ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich für Helgoland, historische Konflikte und die Frage nach dem Preis von Überzeugungen interessieren.

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