2.0

Das Goldene Tor von Kiew

von Alexander Rahr

Format:Hardcover

Der Berliner Politologe Vetrov erhält einen Forschungsauftrag in Lissabon, ein Dossier über den Ukraine-Krieg soll er schreiben. Dort trifft er auf einen alten Bekannten, einen russischen General. Ist es Zufall? Und ist es nur eine nette Geste, dass der ihm sein Ticket für eine Reise über den Atlantik überlässt? Als auf hoher See ein Helicopter auf dem Kreuzfahrtschiff landet, ist Vetrov klar, dass er vom kundigen Beobachter zum Akteur geworden ist. – Die spannende und weitverwobene Geschichte schlägt den Bogen von der Kiewer Rus über falsche Zaren, Sowjetimperium und Kalten Krieg bis zur gegenwärtigen Politik, wie sie sich in Brüssel und Berlin, Kiew und Moskau auf großer Bühne abspielt, während sich in Hinterzimmern obskure Vordenker, Doppelagenten, NGOs, Medienmacher, Grenzwissenschaftler und Digital-Experten treffen. Ein Thriller, der sich in Anknüpfung an Dostojewski »neuen Dämonen« zuwendet und dezidiert die Frage nach Zeitenwende und Zukunft stellt.

Mystery, Thriller, Horror & Crime
Hardcover
Erschienen an: February 27, 2026

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Aktuelle Rezensionen(1)

2.0(1 ratings)
BjayRezension von Bjay

„Das Goldene Tor von Kiew“ wird als Politthriller verkauft. Genau darin liegt für mich bereits das größte Problem des Buches: Wer einen klassischen Thriller erwartet, dürfte sich schnell fragen, wann die eigentliche Spannung denn endlich beginnt. Alexander Rahr versucht viel mehr. Er verbindet Fiktion mit Geschichte, spannt den Bogen von der Kiewer Rus über die russische Zarenzeit, die Sowjetunion und den Kalten Krieg bis zum heutigen Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Dazu kommen geopolitische Analysen und Zukunftsszenarien. Wer Spannung, Tempo, überraschende Wendungen, pointierte Dialoge und eine Handlung erwartet, die einen mitreißt, wird vermutlich enttäuscht sein. Die Handlung tritt immer wieder weit hinter historische Exkurse und politische Erörterungen zurück. Seitenlang geht es in die Vergangenheit, werden Zusammenhänge erklärt und geopolitische Entwicklungen eingeordnet. Die Figuren wirken dabei häufig weniger wie eigenständige Charaktere als wie Sprachrohre für politische und historische Betrachtungen. Dabei ist durchaus interessant, was Rahr versucht: Er möchte den heutigen Konflikt zwischen Russland und dem Westen nicht isoliert betrachten, sondern ihn in einen großen historischen Zusammenhang stellen. Vergangenheit, Gegenwart und mögliche Zukunft werden miteinander verwoben. Die späteren Zukunftsszenarien reichen dabei weit über den eigentlichen Ukraine-Konflikt hinaus. Das ist anregend und ermüdend! Mir waren die historischen und politischen Ausflüge häufig schlicht zu lang und der Erzählstil zu überladen. Der Roman erklärt viel, erzählt aber vergleichsweise wenig. Spannung entsteht eher aus den geopolitischen Gedankenspielen als aus der Handlung selbst. Wer sich für russische Geschichte, Geopolitik und die langfristigen Konfliktlinien zwischen Russland und dem Westen interessiert, findet hier reichlich Stoff zum Nachdenken. Wer einen Politthriller sucht, bekommt dagegen etwas anderes als erwartet. Für mich ist „Das Goldene Tor von Kiew“ deshalb kein überzeugender Politthriller, sondern eher ein historisch-geopolitisches Sachbuch, das seine Inhalte in eine fiktionale Handlung verpackt. Und genau wegen der falschen Erwartung durch die Einordnung als Thriller, der teilweise ermüdenden historischen Passagen, des überladenen Erzählstils und des mangelnden Tempos bleiben für mich am Ende nur 2 Sterne.

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