2.9

Das Baby ist meins

von Oyinkan Braithwaite

Format:eBook

Unerbittlicher als ihre Schwester verteidigt eine Frau wohl nur eins - ihr Baby. Nach ihrem frenetisch gefeierten, preisgekrönten Bestseller »Meine Schwester, die Serienmörderin« legt Oyinkan Braithwaite ihren zweiten Roman vor. »Das Baby ist meins« ist eine augenzwinkernde Ansage an das Patriarchat, ein spannender Einblick in die nigerianische Gesellschaft – und vor allem eine rasante Geschichte um zwei Frauen, die wie Löwinnen um das süße Baby in ihrer Mitte kämpfen. Natürlich ohne Rücksicht auf Verluste oder gar auf den Mann, der versucht herauszufinden, wem er glauben soll. Und der selbst alles andere als ein Unschuldslamm ist ... Die Presse über »Meine Schwester, die Serienmörderin«: »Ein Buch als Waffe: Oyinkan Braithwaite erzählt mit blutigem Überschwang von der Emanzipation junger Afrikanerinnen.« Volker Weidermann, Der SPIEGEL. »Schnell und witzig, ironisch und böse funkelnd. Dieser Thriller hat einen Skorpionstachel und seinen Stich vergisst man nicht.« The New York Times.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
75 SeiteneBook
Erschienen an: 2021-01-18

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Aktuelle Rezensionen(1)

2.9(10 ratings)
JuliaRezension von Julia

Mit "Das Baby ist meins" bringt die Erfolgsautorin Oyinkan Braithwaite einen weiteren Roman mit Setting in Lagos auf den Markt, der allerdings nur 128 Seiten aufweist. Der Protagonist Bambi zieht notgedrungen bei seiner Tante Bidemi ein, die er seit einiger Zeit nicht gesehen hat. Er ist überrascht, dass er die kürzlich verwitwete Frau nicht alleine vorfindet. Mit ihr im Haus wohnen die junge Esohe und ein kleines Baby, von dem jede der beiden Frauen behauptet, die Mutter zu sein. Aufgrund des Corona-Lockdowns müssen die drei in den nächsten Wochen miteinander zurecht kommen und Bambi versucht herauszufinden, wem er glauben schenken soll. Die drei Hauptakteure erwecken alle keine Sympathie aber trotzdem ist es äußerst unterhaltsam, die Figuren zu beobachten. Sie werden durch wenige Sätze authentisch zum Leben erweckt. Bambi ist ein untreuer Schürzenjäger und Verfechter der Polygamie, der keinerlei Erfahrung mit Kindern hat und sich plötzlich in der Pflicht sieht, den kleinen Jungen aus der Schusslinie der beiden Möchtegern-Mütter herauszuhalten. Tante Bidemi verarbeitet noch den Verlust ihres Ehemannes,von dem sie schwanger war, und fühlt sich bedroht von der viel jüngeren Esohe. Sie nahm die damals ebenfalls Schwangere bei sich auf, um ihr zu helfen, doch dann starb ein Kind und der Streit um das Überlebende entbrannte. Zuzusehen, wie sie wie Furien immer wieder aufeinander los gehen und sich gegenseitig das Leben schwer machen, war für mich ein wenig, wie Trash-TV gucken. Man schüttelt den Kopf aber ich wollte druchgehend wissen, wie es weitergeht, wozu auch der einfache und doch raffinierte Schreibstil von Oyinkan Braithwaite beiträgt. Ich habe die Geschichte in wenigen Stunden durchgelesen. Die angepriesene Emanzipation eines Spiegel-Redakteurs konnte ich nicht erkennen, im Gegenteil. Ich gewann eher den Eindruck, dass die einzige zurechnungs- und durchsetzungsfähige Person der Mann in der Runde ist. Wem das Baby nun gehört wird am Schluss aufgeklärt und meine Anfangsvermutung hat sich bestätigt. Verglichen mit dem Vorgängerroman "Meine Schwester, die Serienmörderin" verschenkt diese Novelle Potential, es fehlt der Tiefgang und die Unvorhersehbarkeit. Etwas mehr Bezugnahme auf den Schauplatz Lagos hätte ich zu schätzen gewusst aber ich wurde insgesamt gut unterhalten. Ich mag es, wie die Autorin erzählt und werde definitiv mehr von ihr lesen, aber nicht jeder, der ihr Debüt mochte, wird automatisch mit "Das Baby ist meins" glücklich werden. Am Thema Interessierte finden ein kurzweiliges Lesevergnügen.

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