Die Menschen in der Stadt am Waldrand. Sie leben miteinander, sie leben nebeneinander her, sie sind allein, sie sterben - und doch hängen sie und ihre Schicksale alle zusammen: Der Kriminalpolizist, der einer grausamen Entführungsserie auf der Spur ist, das Mädchen aus gutem Hause mit dem unsagbaren Geheimnis, der weise Forscher der Zeit und die Mutter, die ihre kleine Tochter verliert. Sie alle leben in der Stadt am Waldrand, und sie alle sind mit dem Tod konfrontiert. Und mit der Zeit, die sich in der Unendlichkeit verliert...
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Da vorne wartet die Zeit
von Lilly Lindner
Die Menschen in der Stadt am Waldrand. Sie leben miteinander, sie leben nebeneinander her, sie sind allein, sie sterben - und doch hängen sie und ihre Schicksale alle zusammen: Der Kriminalpolizist, der einer grausamen Entführungsserie auf der Spur ist, das Mädchen aus gutem Hause mit dem unsagbaren Geheimnis, der weise Forscher der Zeit und die Mutter, die ihre kleine Tochter verliert. Sie alle leben in der Stadt am Waldrand, und sie alle sind mit dem Tod konfrontiert. Und mit der Zeit, die sich in der Unendlichkeit verliert...
Aktuelle Rezensionen(1)
Lily Lindner beschreibt das gesamte Szenario und die Themen rund um Tod, Einsamkeit, Verlust, Vergänglichkeit, Zeit, bedingungslose Liebe und endlos vielen weiteren Themen mit einer so starken Wortgewalt, dass man sich in ihrem Spiel aus Worten und Metaphern vollkommen fallen lassen kann. Wenn du es zulässt, landest du in einer Welt in der die Zeit regiert. Dieses Buch ist kein klassischer Roman. Vielmehr ist es eine Sammlung mehrerer Kurzgeschichten/Kurzerzählungen, die in ihrer Gesamtheit eine komplette Geschichte ergeben. Es ist alles in irgendeiner Form miteinander verwoben, so wie das reale Leben nun mal spielt. Ich sage Erzählung, da es mir oft so vorkam, als würde mir das Buch erzählt/vorgelesen werden als, dass ich selber lese. Ich wusste am Anfang nicht, was man erwarten kann/sollte, denn der Klappentext gab mir wenig, mit dem ich etwas anfangen konnte. So ließ ich es vollkommen auf mich zukommen und war am Ende überrascht, aber auch sehr zufrieden und teilweise sogar begeistert. Falls man einen Kriminalroman, wie man ihn kennt, erwartet, dann könnte man enttäuscht werden, denn der eigentliche Kriminalfall kommt nur am Rande vor. Und trotz dessen ich einen Kriminalroman erwartet habe und er nicht auftrat, fand ich es überhaupt nicht schlimm. Zu Beginn des Buches hatte ich auch das Gefühl das Buch nicht richtig greifen zu können. Ich fand den Anfang sprachtechnisch (für mich) anspruchsvoll geschrieben und ich musste erst ein paar Mal lesen, um die Worte und den Sinn dahinter zu verstehen. Je mehr ich aber in den Lesefluss kam, desto einfacher konnte ich es verstehen. Die “Süddeutsche Zeitung” hat vollkommen recht, wenn sie sagt, dass Lily Lindner eine “intelligente und sprachbegabte” Frau ist. Im Laufe des Buches lernt man die verschiedensten Persönlichkeiten der Stadt am Waldrand kennen (die Schönste, die Verstörteste, etc.) - Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und all diese Persönlichkeiten hatten unweigerlich und unvermeidlich miteinander zu tun. Genau das war das Schöne, fand ich. Ein Satz (frei zitiert) fasste es perfekt zusammen: "Jeder einsam, keiner allein, alle zusammen." Sätze wie diese (und davon gab es reichlich) brachten mich sehr zum Nachdenken. In der Mitte des Buches lässt sich ein kleiner Rückblick in Form einer der Kurzgeschichten wiederfinden. <spoiler> Es ist von einem Buch die Rede, in dem es praktisch um “Da vorne wartet die Zeit” geht. Heißt, viele Tode in der Gesamtheit eines Werkes zusammengestellt. Hier findet man den Hinweis der Autorin, in Form einer ihrer Protagonisten, dass man doch bitte am Leben teilhaben soll statt einfach nur vor sich hin zu leben. Hier kommt dann wieder ein treffendes, frei zitiertes Zitat aus dem Buch: “Ganz viel Tod, aber auch ganz viel Leben”. Das fand ich sehr schön, denn nach all der Negativität durch die vielen Tode hat mich das unbewusst und ohne es zu merken, doch ziemlich heruntergezogen. Nach diesem Hinweis nahm ich das Buch noch mal bewusster in mich auf und dadurch konnte ich mit geöffneten Augen und einem neuen Bewusstsein auf dieses Buch blicken.</spoiler> Zwei Anmerkungen: Es kam mir etwas komisch vor, dass so viele Kinder mit ihren sehr jungen Jahren und ohne Hochbegabung ziemlich intelligent und altklug waren. Damit möchte ich nicht sagen, dass Kinder dumm sind, sondern lediglich dass es teilweise zu tiefsinnig für solch jungen Jahre war. Ich kenne jedenfalls keine Kinder, die Sätze sagen, die von Philosophen stammen könnten. Es sind ein paar Gender-Klischees enthalten.