Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?
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Clean
von Juno Dawson
Lexi ist reich, cool, ein It-Girl – und heroinsüchtig. Nach einer Überdosis landet sie in der Clarity-Klinik. Ihr Entzug ist hart, die Therapie schier unerträglich, vor allem die Treffen mit den „Mitinsassen“: Aufputschmittel-Junkie Saif, Trans-Mädchen Kendall, Guy mit der Zwangsneurose, Bulimikerin Ruby, Ex-Kinderstar Brady. Doch ausgerechnet diese fünf werden zu echten Freunden. Und Brady vielleicht mehr. Lexi öffnet sich vorsichtig, beginnt ihr zerstörerisches Leben zu hinterfragen. Aber ist ein anderer Weg überhaupt möglich?
Aktuelle Rezensionen(1)
Lexis Erlebnisse und ihre Sucht, das ist kein allzu kuscheliges Thema. Das sollte es meiner Meinung nach auch nicht sein. Egal wie solche Bücher gerne mal wirken können. "Clean" hat mich wohl vor allem deshalb interessiert, weil ich immer diese schrecklichen "Kind nimm bloß keine bösen Drogen"-Bücher aus der Schulzeit im Kopf habe. Darin wurde immer mit erhobenem Zeigefinger darauf hingewiesen, wie schlimm das alles ist und am Ende kam dann der perfekte Entzug und das goldene Happy End. Oder gleich Bücher wie "Wir Kinder vom Bahnhofzoo", die irgendwie auch so weit weg von der eigenen Lebensrealität waren, das sie eher als exotische Schreckensbücher auf mich gewirkt haben. Das lag sicher auch daran, das genau dieses Buch eben eine ganz andere Zeit abgebildet hat. Instagramstars, Anspielungen auf die momentane Populärkultur, reiche Kids mit all ihren Problemen. Das nimmt die Autorin als Rahmen für ihre Handlung. Erst habe ich mich gefragt warum die Autorin hier eine Welt nimmt die ihren Lesern*innen so weit weg ist wie es nur geht. Andererseits hat es so etwas von Serien wie "Gossip Girl", ein Setting das sicher vielen vertraut ist, da die Serie sehr erfolgreich war. Die schicke Entzugsklinik ist ein Stück weit trotzdem irgendwie ein Täuschungsmanöver. So toll ist eine Entzugsklinik in der Regel nicht, normalerweise gibt es kein instragramtaugliches Essen und schon gar keine Calvin Klein Schlafanzüge. Andererseits wird durch die schicke Fassade durchaus ein Kontrast zu Lexis Erlebnissen aufgebaut. Nach und nach wird mir auch klarer, weshalb Dawson vielleicht genau dieses Szenario gewählt hat. Reiche Kids scheinen doch alles zu haben was glücklich macht, die perfekte Photoshopwelt bekommt aber durch die Figuren ihre Risse. Jeder Mensch hat Probleme und niemand ist perfekt. Auch jemand wie Lexi - mit 80.0000 Folowern bei Instagram. An einigen Stellen merkt man das die Autorin mit Betroffenen gesprochen hat. Vor allem wenn es um die Gründe geht, die zum Teil bei den Figuren durchklingen. Auch das süchtig sein nicht automatisch bedeutet, Drogen zu nehmen. Der Fokus liegt dabei sehr stark auf Lexi. Die andren Figuren lernt man eher nebenher kennen. Das ist aber eigentlich auch ganz gut so. Lexis eigene Geschichte reicht als roter Faden. Man erlebt wie sie langsam merkt, was eigentlich wirklich mit ihr los ist. Auch Rückschläge werden nicht ausgespart. Bis zu diesem Punkt fand ich das Ganze dann auch recht gut- Vor allem weil die Autorin sich bemüht nichts zu beschönigen. Was ich überzogen fand, ist tatsächlich das Ende des Romans. Da merkt man, wir sind wieder in der Welt der schönen und Reichen angelangt. Das war mir zu sehr auf Hollywood Happyend getrimmt. Ich finde die Autorin hätte etwas realistischer sein können. Das war dann echt eher wie in Gossip Girl... Aber ok, ich bemühe mich mal im Kopf zu behalten, das vielleicht die Zielgruppe genauso ein Ende haben will. Aber im Vergleich zu den Büchern die ich selbst mit 14, 15 dazu gelesen habe, ist "Clean" auf jedenfall viel besser geeignet sich dem Thema anzunähern. Wobei ich sagen würde, ja der Zeigefinger ist schon noch da. Aber er kommt etwas subtiler daher und versucht eher zu zeigen, ok. es läuft hier etwas falsch, aber das heißt nicht das es das Ende sein muss. Egal wie schlimm es ist, es kann einen Ausweg geben, wenn Du ihn Dir selbst erlaubst.