Empfehlungen basierend auf "Christiane und Goethe"
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von Marco Balzano
Eine zu Herzen gehende Geschichte aus Südtirol, eine Ermutigung zum Widerstand
von Lux Lana
»Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor.« Olga Grjasnowa Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle. Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.
von Klaus Kordon
Berlin, Frühjahr 1945: Tag und Nacht Bombenalarm. Die zwölfjährige Änne erlebt die letzten Monate des Krieges und wie die sowjetische Armee die Stadt besetzt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den sie noch nie gesehen hat und an den sie sich zuerst gewöhnen muss: Es ist ihr Vater, der das KZ überlebt hat.
von Ljudmila Ulitzkaja
Ljudmila Ulitzkaja, eine der wichtigsten russischen Schriftstellerinnen, verbindet in ihrem Roman ›Jakobsleiter‹ die große Geschichte mit dem Schicksal einer einfachen Familie nach der Oktoberrevolution.
von Annette Oppenlander
»Ein unbedingt lesenswertes Buch!« InD’Tale Magazine »Erzwungene Wege« ist ein auf Zeitzeugenberichten beruhender Roman, der die »erweiterte Kinderlandverschickung« (KLV) des Naziregimes während des Zweiten Weltkriegs kritisch beleuchtet – meisterhaft erzählt von Annette Oppenlander, der Erfolgsautorin von »Vaterland, wo bist Du?«. Solingen, 1943: Gerade hat die vierzehnjährige Hilda entdeckt, dass sie ihren Nachbarn Peter liebt, als er ihr freudestrahlend seine Abreise in ein Lager der KLV verkündet. Peters Klasse bezieht eine verlassene Schule in Pommern, wo die Jungen bald feststellen müssen, dass die Versprechungen von Strandurlaub und herrlichem Essen nichts als Erfindungen sind. Kurz darauf verschlägt es Hilda mit ihrer Klasse in ein bayerisches Kloster. Unter den erbarmungslosen Augen der herrischen Oberin versucht Hilda, das Bettnässen ihrer Freundin zu vertuschen und ihr Heimweh unter Kontrolle zu bringen. Unterdessen sieht sich Peter mit dem militärischen Gebaren des pedantischen HJ-Lagerführers konfrontiert. Für Hilda und Peter spitzt sich die Situation immer weiter zu, während sie fern der Heimat um etwas Normalität und ein Stückchen Menschlichkeit in einer unmenschlichen Welt ringen.
von Sissel-Jo Gazan
Rosa wächst in den 80er Jahren in Aarhus auf und versteht sich prächtig mit ihrer unkonventionellen Mutter Helle. Nur die Frage nach Rosas leiblichem Vater will Helle ihrer Tochter nicht beantworten. Zum Glück hat sie einen wunderbaren Ersatzvater, den homosexuellen Künstler Kalle Krudt
von Dörthe Binkert
Sie macht Geschichtswissen an menschlichen Schicksalen erlebbar, greifbar und begreifbar.
von Lina Schwenk
In «Blinde Geister» erzählt Lina Schwenk eine berührende Familiengeschichte von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Mit ihrem eindringlichen Romandebüt schreibt sie in eine Zeit hinein, in der drängende Fragen auf ein tiefes Schweigen prallen. Olivia, die Tochter von Rita und Karl, kennt seit jeher die Angst der Erwachsenen vor einem erneuten Krieg, obwohl seit Jahren Frieden herrscht in Deutschland. Beharrlich überprüft Karl die Speisekammer auf Vorräte, und immer wieder sucht die Familie gemeinsam Zuflucht im Keller, wenn der Vater den Einfall der Russen fürchtet. Für Olivia und ihre Schwester Martha ist es ein Spiel, dem sie sich still fügen, auch weil sie längst wissen, dass den Eltern die Worte für Erklärungen fehlen und das Schweigen nur umso lauter wird, je mehr sie fragen. "Bald bin ich tot", denkt auch Olivia, als die Unruhe der Eltern schleichend zu ihrer eigenen wird. In ihrer ersten eigenen Wohnung fehlt Olivia der Keller – dieser kleine Schutzbunker ihrer Kindheit, der immerhin eins bedeutete: Familienzeit. Die langen Risse, die von den Eltern bis in ihre Generation reichen, erkennt sie erst, als sie später versucht, ihre eigene Tochter vor jenem Bedrohungsgefühl zu schützen. Doch dann kommt der Februar 2022, und das, was zuvor wie ein Phantom wirkte, wird plötzlich erschreckend real. "Blinde Geister" ist ein vielschichtiger und bewegender Roman, der vor dem Hintergrund deutscher Zeitgeschichte tief verwurzelte Ängste freilegt und mit feinem Gespür das Sonderbare und Entrückte im Menschen ergründet.
von Angelika Schrobsdorff