Empfehlungen basierend auf "Body"
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von Carolin Emcke
»Es gibt eine Formulierung, die Sie häufig verwenden und die mir ans Herz gewachsen ist: irritierbar sein. Können Sie schildern, was die Voraussetzungen dafür sind? Und vielleicht auch, wie man es wird? Und wie man es bleibt?« »Wie man es wird oder wie man es bleibt, weiß ich nicht genau. Mit irritierbar sein meine ich, dass man noch staunen kann. Dass man sich überraschen lässt von Eindrücken, von Menschen, von Situationen. Aber eben auch von Argumenten, die man vorher nicht bedacht hat. Dass man bezweifeln kann, was man bis gestern gedacht hat. Oder wovon man geprägt wurde oder was man geliebt hat. Ich glaube, das ist das Leben. Dass einem Dinge widerfahren können, die das umwerfen, wer man vorher war oder was man vorher dachte oder was man vorher liebte. Auch in Bezug auf die Musik. Plötzlich etwas Neues hören zu können, in meinem Fall zum Beispiel Jazz, den ich relativ spät entdeckt habe. Dass man musikalisch oder ästhetisch berührbar bleibt und durchlässig. Sich zu öffnen für Erfahrungen, das heißt für mich irritierbar sein. Eine anti-orthodoxe Haltung. Genau, anti-orthodox. Ich glaube, wenn mich irgendetwas abschreckt, dann ist das Orthodoxie, dann ist das Dogmatik. Irritierbarkeit ist etwas, das ich mir unbedingt erhalten möchte.«
von Jaqueline Scheiber
geboren 1993 und aufgewachsen im Burgenland, seit 2012 Wahlwienerin, ist Sozialarbeiterin, Mitbegründerin des Young Widow_ers Dinnerclub Wien, Kolumnistin, Autorin und eigens ernannte Selbstdarstellerin. Von 2010 bis 2017 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Minusgold Lyrik und Prosa auf ihrem Blog. Auf dem gleichnamigen Instagram-Account bespricht sie gesellschaftskritische Themen, teilt Teilrealitäten ihres Alltags und verarbeitet Eindrücke in kurzen literarischen Erzählungen.
von Matt Haig
Ein Brillanter, Witziger, Emotionaler Roman über Die Alltäglichen Und Die Ganz Großen Dinge Im Leben - Kurz Gesagt, über Das Menschsein! In Einer Regnerischen Freitagnacht Wird Andrew Martin, Professor Für Mathematik In Cambridge, Aufgegriffen, Als Er Nackt Eine Autobahn Entlangwandert. Professor Martin Ist Nicht Mehr Er Selbst. Ein Wesen Mit überlegener Intelligenz Und Von Einem Weit Entfernten Stern Hat Von Ihm Besitz Ergriffen. Dieser Neue Andrew Ist Nicht Begeistert Von Seiner Neuen Existenz. Er Hat Eine Denkbar Negative Meinung Von Den Menschen. Jeder Weiß Schließlich, Dass Sie Zu Egoismus, übermäßigem Ehrgeiz Und Gewalttätigkeit Neigen. Doch Andererseits: Kann Eine Lebensform, Die Dinge Wie Weißwein Und Erdnussbutter Erfunden Hat, Wirklich Grundschlecht Und Böse Sein? Und Was Sind Das Für Seltsame Gefühle, Die Ihn überkommen, Wenn Er Debussy Hört Oder Isobel, Der Frau Des Professors, In Die Augen Blickt?
von Solmaz Khorsand
geboren 1985, ist Journalistin und arbeitet derzeit beim Schweizer Magazin Republik. Stationen bei der Wiener Zeitung, Die Zeit, derStandard.at und Datum. Master in Internationalen Beziehungen und Wirtschaft an der Johns Hopkins University (USA). Khorsands Arbeiten reichen von Essays zur österreichischen Innenpolitik über Reportagen aus Weißrussland bis hin zu Wahlberichterstattung aus dem Iran. Ihr Essay „Die iranische Verwandlung“ zählte zu den besten Storys des Jahres 2017. Für ihre Arbeit wurde sie u. a. mit dem Wiener Journalistinnenpreis 2018 ausgezeichnet.
von Lina Ehrentraut
Nici ist Wissenschaftlerin und betrinkt sich gern in der Bar nebenan. Heimlich baut sie Melek - einen Körper nach ihrer Wunschvorstellung - und eine Maschine, mittels derer sie in parallele Dimensionen reisen kann. In einer dieser anderen Dimensionen begegnet sie in Meleks Körper Nici - also sich selbst - und geht mit ihr eine Beziehung ein. Lina Ehrentraut vereint in ihrem Debüt dringliche und aktuelle Themen wie Selbstliebe und -hass, Identität und cis-weibliche Sexualität und leitet in schwarz-weißen Comicsequenzen und atmosphärischen bunten Malereien durch die unterschiedlichen Erzählebenen.
von Eshkol Nevo
In seinem neuen Roman lässt der israelische Schriftsteller und studierte Psychologe, geboren 1971, Arnon, Chani und Dvorah zu Wort kommen, die in verschiedenen Etagen eines Tel Aviver Wohnhauses leben, aber kaum etwas voneinander wissen. In langen Monologen - an einen Freund im Café gerichtet, in einem Brief an die beste Freundin und als Nachricht auf einen Anrufbeantworter an den verstorbenen Mann - erzählen sie, wie ihr scheinbar geordnetes Leben durch ein Ereignis erschüttert, sogar infrage gestellt wurde. Es sind intime Beichten, die Abgründiges und Liebenswertes in den Erzählenden offenlegen, Mitgefühl und Missbehagen hervorrufen. Es sind drei einsame Menschen in Bedrängnis, die sich von Lüge und Selbstbetrug haben treiben lassen und sich nun der Frage nach der Verantwortung für sich und andere stellen. Eshkol kennt die Schattenseiten der menschlichen Seele, die er in den Monologen spannend und bisweilen auch humorvoll zum Ausdruck bringt. Er verdammt aber nicht, sondern lässt seine Anteilnahme zwischen den Zeilen durchschimmern
von Elise Schmit
Wellen, Salzwasser, Immer Weiter Abwärts,0bis Kein Licht Mehr Durchdringt,0meeresboden, Ein Paar Schichten Sand Und Dreck,0dann Irgendwann Ich,0so Tief War Ich Gesunken.0 0vom Küchenfenster Aus Beobachten, Wie Sich Touristen Zu Tode Stürzen, Aus Liebeskummer Ziellos Durch Ganz Deutschland Fahren, Bis Das Geld Ausgeht, Ein Radio Reparieren, Weil Sich Geräte Leichter Wiederherstellen Lassen Als Eine Zerrüttete Existenz: Die Figuren In Elise Schmits Erzählband 'stürze Aus Unterschiedlichen Fallhöhen' Haben Sich In Einem Leben Nach Der Großen Persönlichen Katastrophe Eingerichtet. Ob Sie Von Felsen Oder Aus Allen Wolken Fallen ? Letztlich Dreht Sich Alles Um Die Frage, Wie Das Leben Nach Den Entscheidenden Umbrüchen Weitergeht.
von Olga Tokarczuk
In diesen Essays und Reden zeichnet Olga Tokarczuk eine Karte ihrer vielfältigen Interessen und Inspirationen und gewährt uns Einblick in ihr schriftstellerisches Laboratorium. Wie baut sie ihre Geschichten auf? Welcher realistischen und phantastischen Motive bedient sie sich? Wie konstruiert sie ihre Figuren, die so unterschiedliche Gefühle bei den Lesern wecken? Jede dieser essayistischen Exkursionen zeigt uns aber auch ihr Bemühen, die Welt in ihrer unendlichen Komplexität zu begreifen und vermeintlich alltäglichen Dingen einen neuen Sinn zu verleihen. Und so ist dieses Buch eine Einladung, hinter die Kulissen des Werks der Literaturnobelpreisträgerin zu schauen, und zugleich eine große, faszinierende Erzählung über die Welt, in der wir leben.
von Aglaja Veteranyi
In ihrem kurzen Leben hat Aglaja Veteranyi zahlreiche Notizbücher und Makulaturblätter mit Texten gefüllt. Sie hat ihre Wörter und Sätze fortlaufend durchgestrichen, um- und neu geschrieben und von einem Text in den andern wandern lassen. So umfasst ihr Nachlass trotz zwei postum veröffentlichten Bücher noch eine beträchtliche Anzahl unveröffentlichter Texte. Der erste der zwei Bände, "Wörter statt Möbel", enthält Kurz- und Kürzestgeschichten, Gedichte, Sprüche und Tipps, Minidramen und den grossen Monolog "Mamaia". Diese Texte hat die Autorin auch für Bühnenauftritte geschrieben, die sie allein oder gemeinsam mit ihrem Lebens- und Schaffensgefährten Jens Nielsen bestritt. Allen gemeinsam ist die der Autorin eigentümliche Mischung von surrender Groteske, tieftraurigem Sarkasmus und abgründiger Komik.