Empfehlungen basierend auf "Überwachen und Strafen. Die Geburt des Gefängnisses."
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von Ilko-Sascha Kowalczuk
Nur wenige welthistorische Ereignisse geschahen so unerwartet wie der Mauerfall. Dennoch kam er nicht aus heiterem Himmel. Ilko-Sascha Kowalczuk liefert in diesem Buch ein beeindruckendes Panorama der untergehenden DDR und eine fesselnde Geschichte der Revolution. „In der DDR ist alles grau, nur die Flüsse sind bunt“, lautete einer der sarkastischen Witze, mit denen die Ostdeutschen die desolaten Zustände in ihrem Land aufs Korn nahmen. Angesichts der verheerenden wirtschaftlichen Lage und der politischen Reformunfähigkeit des SED-Regimes wandten sich immer mehr Menschen von dem System ab, bis sie ihren Staat schließlich so satt hatten, dass sie massenhaft gegen ihn auf die Straße gingen. Lebendig und anschaulich erzählt Ilko-Sascha Kowalczuk die Geschichte der Revolution bis zu den ersten freien Wahlen vom 18. März 1990. Dabei ruht sein Blick nicht nur auf den bekannten Zentren der Ereignisse, sondern schweift auch in die Provinz, wo sich manche überraschende Erkenntnis ergibt.
von Walter Kempowski
Dies ist eine ganz und gar einzigartige Dokumentation! Man kann Walter Kempowski gar nicht genug danken für die Sisyphosarbeit, von der das 1993 erstmals erschienene "kollektive Tagebuch" Zeugnis gibt: 15 Jahre hat er Biografien, Tagebücher, Briefe, Fotos, Akten und Notizen gesichtet, ausgewählt und geordnet, um uns mit ihrer Hilfe einen ganz besonderen, originären Einblick in ein außerordentliches Kapitel Zeit- und kollektive Seelengeschichte zu ermöglichen. Der Dokumentar enthält sich jeden Kommentars und lässt die Texte der Berühmten, Berüchtigten und der zahllosen Unbekannten für sich selber sprechen. Allein die Zu- und Anordnung, von der aufwändigen Recherche einmal ganz abgesehen, ist eine Meisterleistung und macht aus dem archivarischen Konvolut große Literatur.Das Echolot für die Monate Januar und Februar 1943, dem Kempowski mittlerweile mit Fuga Furiosa, 12.1.-14.2.45 und Barbarossa '41 weitere Bände hat folgen lassen, ist ein Werk, das den Leser unweigerlich mit in die Tiefe zieht. Funksprüche stehen hier neben Liebesbriefen, Frontberichte neben Einträgen in Terminkalender, literarische Arbeitsnotizen neben Klassenbucheinträgen. Kempowski selbst hat einmal gesagt, wer sich mit dem Echolot zu befassen beginne, habe "kaum eine Chance zu entkommen". So ist es!In den montierten Stücken verliert man sich, hier und da erschrickt man, wundert und empört sich oder grübelt einem Gedanken nach -- jenem etwa, den Albert Camus unter dem Datum 10. Februar 1943 notiert hat: "Das ganze Problem des Absurden müßte sich auf eine Kritik des Werturteils und des Tatsachenurteils konzentrieren lassen." An manchen Stellen muss man sogar einmal lachen. Wenn etwa ein Zensor aus einem beanstandeten Brief zitiert: "Liebe Inge! Wenn Du wüßtest, wie es mir geht, Dir stünde der Arsch voll Tränen."Meist jedoch überwiegt ein Gefühl der Bestürzung: Bestürzung darüber, was man den Autoren allesamt voraus hat: das Wissen um das Ende -- um die Hinrichtung etwa, die Sophie Scholl nur wenige Tage nach dem 17. Februar bevorsteht, als sie an ihre Freundin Lisa Remppis schreibt: "O, ich freue mich wieder so sehr auf den Frühling." So verschlingt man Band um Band und taucht am Ende aus dem Meer fremder Erinnerungen mit einem anderen Blick auf die Vergangenheit und mit geschärften Sinnen für die Gegenwart wieder auf.Als Walter Kempowski für sein Gesamtwerk, insbesondere aber für Das Echolot 1994 mit dem Literaturpreis der Konrad-Adenauer-Stiftung ausgezeichnet wurde, hat Gerd Langguth in seiner Ansprache gesagt, dies sei ein "auch im wörtlichen Sinne großes Werk von ebenso zeitgeschichtlicher wie literarischer Bedeutung -- wohl einzigartig in der Literatur unseres Jahrhunderts". Dem ist nichts hinzuzufügen! --Andreas Vierecke
Fünf Schüler/-innen und eine Lehrerin schildern abwechselnd, wie sie - fast alle Augenzeugen der Erschiessungen - den Amoklauf in Winnenden erlebten und wie es ihnen in der Zeit danach erging. Einige engagieren sich seither im äAktionsbündnis Amoklauf Winnendenä, das auf Prävention setzt. Ab 14.
von Asne Seierstad
Ur vier Flugstunden von uns entfernt liegt eine vergessene Welt von Krieg und Terror: Tschetschenien. Jeder Zehnte wurde umgebracht, die überlebenden Männer verstecken sich oder leisten weiter Widerstand. Die Frauen kämpfen um das Überleben. Doch am härtesten trifft es die Kinder. Allein und auf sich gestellt, kämpfen sie völlig verwahrlost in den Ruinen Grosnys um ihre Existenz. Sie, die die Zukunft sein sollten, sind die größten Opfer. Wir treffen Abdul, einen Kriegswaisen, der seine Schwester der Ehre wegen töten muss. Oder den zwölfjährigen Shamil, der sich nur spüren kann, wenn er Hunden den Schädel einschlägt. An ihren Schicksalen wird deutlich, wie Krieg eine Gesellschaft brutalisiert und zerrüttet.
von Hans Fallada
Rudolf Ditzen alias HANS FALLADA (1893 Greifswald – 1947 Berlin), zwischen 1915 und 1925 Rendant auf Rittergütern, Hofinspektor, Buchhalter, zwischen 1928 und 1931 Adressenschreiber, Annoncensammler, Verlagsangestellter, 1920 Roman-Debüt mit »Der junge Goedeschal«. Der vielfach übersetzte Roman »Kleiner Mann – was nun?« (1932) macht Fallada weltbekannt. Sein letztes Buch, »Jeder stirbt für sich allein« (1947), avancierte rund sechzig Jahre nach Erscheinen zum internationalen Bestseller. Weitere Werke u. a.: »Bauern, Bonzen und Bomben« (1931), »Wer einmal aus dem Blechnapf frißt« (1934), »Wolf unter Wölfen« (1937), »Der eiserne Gustav« (1938). Jenny Williams, in Nordirland geboren, studierte an der Queen's University of Belfast Germanistik. Nach mehreren Jahren Hochschultätigkeit an der University of Ulster zog sie 1987 nach Dublin und arbeitet seitdem an der Dublin City University. Seit Juni 2001 ist sie dort Associate Professor mit Schwerpunkt Übersetzungswissenschaft, und seit September 2008 leitet sie das Forschungszentrum für Text- und Übersetzungswissenschaft. Jenny Williams hat zahlreiche Aufsätze zu Hans Fallada verfasst und 2009 gemeinsam mit Sabine Lange „Hans Fallada: In meinem fremden Land. Gefängnistagebuch 1944“ im Aufbau Verlag herausgegeben. Sabine Lange, ehemalige Fallada-Archivarin, ist Autorin und Herausgeberin, u.a. der Fallada-Anthologie „Köstliche Zeiten. Geschichten und Rezepte“.
von Gunter Hofmann
The book describes the often difficult relationship between the two German chancellors Helmut Schmidt and Willy Brand.Gunter Hofmann, langjähriger Chefkorrespondent der "ZEIT", schildert die faszinierende Beziehung zwischen zwei berühmten Deutschen, die gegensätzlicher kaum hätten sein können. Seine intime Kenntnis der Akteure und Ereignisse, sein feines Gespür für die seelischen Konstellationen und nicht zuletzt sein glänzender Stil machen dieses Buch über zwei Weggefährten, Kanzler und Rivalen zu einer spannenden Lektüre.Der eine war im Exil gegen Hitler, der andere Wehrmachtssoldat. Der eine war Minderheitsdeutscher, der andere stand für die Mehrheit: Wenig passte zusammen in diesen Leben von Willy Brandt und Helmut Schmidt. Und dennoch, sie fanden einen Grundkonsens, der erst im hochdramatischen Streit um die "Nachrüstung" erschüttert wurde. Vielleicht gerade weil ihre Freundschaft so schwierig war, wurden zwei derart außergewöhnliche Kanzlerschaften daraus.
von Hans-Henning Scharsach
langjähriger Leiter der Auslandsressorts von KURIER und News, ist Publizist und Autor politischer Sachbücher. Der Experte für Rechtspopulismus, Rechtsextremismus und Neonazismus moderierte 15 Jahre die Zeitzeugengespräche zum Jahrestag des Novemberpogroms im Wiener Volkstheater. Zu seinen Büchern zählen die Bestseller „Haiders Kampf“, „Haiders Clan“, „Europas Populisten“, „Die Ärzte der Nazis“, „Strache – Im braunen Sumpf" und „Stille Machtergreifung – Hofer, Strache und die Burschenschaften“.
von Walter Kempowski
Walter Kempowskis Haftbericht über seine Jahre in BautzenIn seiner sogenannten Deutschen Chronik erzählt Walter Kempowski die Geschichte seiner Familie vom Kaiserreich bis in die 1960er-Jahre der Bundesrepublik. In »Ein Kapitel für sich« wird der junge Walter im März 1948 verhaftet, der Spionage angeklagt und zu einer langjährigen Strafe im Zuchthaus Bautzen verurteilt. Auch seine Mutter Margarete und sein Bruder Robert landen im Gefängnis. Bis zur Wiedervereinigung in Freiheit werden Jahre vergehen.
von Peter Wensierski
Wenn Menschen ihre Angst verlieren, können sie Unglaubliches bewegenSie sind jung, sie sind frech, sie verweigern sich dem System und fordern den Staat heraus. Sie wollen sich nicht mehr anpassen. Sie wohnen gemeinsam in Abrisshäusern, planen in langen Nächten am See ihre nächsten Aktionen, drucken heimlich Flugblätter, feiern in ihrer illegalen Nachtbar, bis der Morgen anbricht, und demonstrieren am Tag in der ersten Reihe. Sie werden verfolgt, aber mit jeder neuen Aktion verlieren sie ein Stückchen mehr Angst und die Diktatur an Kraft. Deutschland erlebt von Leipzig aus zum ersten Mal in der Geschichte eine gelungene Revolution. Die wahre Geschichte einer ungewöhnlichen Gruppe junger Leute, die einen Kampf führen, den andere für aussichtslos halten. Und die spannend zu lesende Nahaufnahme eines wichtigen Augenblicks der deutschen Geschichte.