4.0

Babel

von Aris Fioretos

Format:Unknown

Seit über dreißig Jahren widmet Werner Hamacher sich den Formen und Möglichkeiten des Denkens in und zwischen Literatur, Ästhetik und Philosophie. Aber auch den Unformen und Unmöglichkeiten. Seine Aufmerksamkeit gilt der Aufklärung nicht weniger als der Moderne. In bahnbrechenden Essays über Hegel, Schlegel und Heidegger, über Hölderlin, Kleist und Celan, in Studien über das Geld, den Generalstreik oder die Farbe Blau zeigt er, stets überraschend und anders, dass Verstehen auch verstanden sein will. Hamachers Werk bewegt sich zwischen den Gründen und Abgründen des Denkens und Handelns, des Sprechens, Schweigens und Verstummens. Einerseits untersucht es die Fundamente des Erkennens, auf denen die Bauten menschlichen Wissens ruhen, andererseits ermisst es die eigentümlichen Untiefen, die Kafka einst 'den Schacht von Babel' nannte. Babel ist eine Festschrift für Werner Hamacher, der in diesem Jahr sechzig wird, von international renommierten Künstlern, Wissenschaftlern und Autoren, vor allem aber von Freunden, die seinem Wirken mit einem labyrinthischen Buch, das Sprachen und Gesten, Worte und Bilder ineinander übergehen lässt, entsprechen wollen.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
446 SeitenUnknown
Erschienen an: September 1, 2008

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Aktuelle Rezensionen(1)

4.0(6 ratings)
JuliaRezension von Julia

Etwas Originelles, etwas Neues zu entdecken, lässt das Herz jeder Leser*innen höher schlagen. Postkoloniale Fantasy (oder ist es Sci-Fi? Immerhin: alternative Geschichtsschreibung) über die Verbindung zwischen Sprache und Macht war etwas, das ich bisher noch nicht gelesen habe. Und das Buch bietet vieles: eine gemütliche Campus-Atmosphäre, Nachdenken über Etymologie, Freundschaften, Geheimbünde, Magie. Und dann: Passagen über white tears, Privilegien, Intersektionalität, politische Theorie. Diese Themen zusammen bringen, fühlt sich beim Lesen frisch und unverbraucht an und nur selten erklärbärig, viel häufiger war ich mitgerissen von den komplexen Herausforderungen, in denen sich unsere Protagonistinnen befinden. Den Strukturen und Systemen, die verhindern, dass dies nur ein netter Dark-Academia-Rip-Off wäre - im Gegenteil mit Wut und Empathie wird hier die Weiße Geschichte ausgehebelt, durchbrochen. Sehr spannend. Sehr lesenswert. „Ich glaube, genau darum geht es beim Übersetzen. Darum geht es beim Sprechen. Einander zuhören und versuchen, an den eigenen Vorurteilen vorbeizugucken, um einen Blick auf das zu erhaschen, was der andere einem sagen will. Ein Stück von sich selbst preisgeben und hoffen, dass jemand anderes versteht.“ „Als sie ihren Tee ausgetrunken hatten, waren sie beinahe ineinander verliebt - noch nicht ganz, denn wahre Liebe kam nur mit der Zeit und mit gemeinsamen Erinnerungen, doch sie waren so verliebt, wie es der erste Eindruck zuließ. Die Tage, an denen Ramy die stümperhaft gestrickten Schals von Victoire mit Stolz trug, Robin genau wusste, wie lange Ramy seinen Tee ziehen ließ und ihn so vorbereitete, dass sein Freund, der immer zu spät aus seinem Arabisch-Tutorium kam, etwas Heißes zu trinken hatte, ja, die Tage, an denen sie wussten, dass Letty mit einer Papiertüte voller Zitronenkekse in den Unterricht kommen würde, weil es Mittwoch war und es bei Taylors immer mittwochs Zitronenplätzchen gab, lagen noch in weiter Ferne.“ „Der Raum war von Schlichter und herzergreifender Schönheit zugleich: die Morgensonne, die durch die Buntglasfenster fiel und farbenfrohe Muster auf die glänzenden Holztische malte; die sauberen Kreidestriche an der schwarzen Tafel; und der Süße, papierene Geruch alter Bücher. Ein Traum; ein absurder Traum war das alles, diese zerbrechliche, wundervolle Welt, in der Robin nur bleiben durfte, weil er seine Überzeugungen preisgegeben hatte.“

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