Der wohl populärste (und umstrittenste) Mode- und Aktfotograf der Gegenwart bedient in seiner Autobiografie schon nach wenigen Zeilen sein Image: der kleine, dreijährige Helmut beobachtet lustvoll sein Kindermädchen beim Umziehen. Auch im Folgenden nimmt der 1920 in Berlin geborene und als Jude kurz vor Torschluss emigrierte Starfotograf kein Blatt vor den Mund, wir erfahren von den Wirren seines notgedrungenen Nomadentums und von zahllosen Damen, die der junge Herr Neustaedter (der erst später zum Newton wurde) beglückte. Erst mit seiner späteren Frau June endet die Betten-Odyssee und die Karriere beginnt, zunächst stotternd, dann immer glorioser in England, Frankreich und den USA. Das wird nicht ohne Selbstironie im Plauderton erzählt, man mag den Voyeur und Workaholic, kommt aber doch nicht ganz auf das Geheimnis seines stupenden Erfolges. Unter den vielen Fotografen-Autobiografien dürfte die Newton'sche, die überflüssigerweise in "Das Leben" und "Die Arbeit" aufgeteilt ist, das größte Interesse erregen, daher schon - auch als lockeres Zeitbild - ab mittleren Beständen. (2) (Klaus-Peter Preußger)
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Autobiographie
von Helmut Newton
Der wohl populärste (und umstrittenste) Mode- und Aktfotograf der Gegenwart bedient in seiner Autobiografie schon nach wenigen Zeilen sein Image: der kleine, dreijährige Helmut beobachtet lustvoll sein Kindermädchen beim Umziehen. Auch im Folgenden nimmt der 1920 in Berlin geborene und als Jude kurz vor Torschluss emigrierte Starfotograf kein Blatt vor den Mund, wir erfahren von den Wirren seines notgedrungenen Nomadentums und von zahllosen Damen, die der junge Herr Neustaedter (der erst später zum Newton wurde) beglückte. Erst mit seiner späteren Frau June endet die Betten-Odyssee und die Karriere beginnt, zunächst stotternd, dann immer glorioser in England, Frankreich und den USA. Das wird nicht ohne Selbstironie im Plauderton erzählt, man mag den Voyeur und Workaholic, kommt aber doch nicht ganz auf das Geheimnis seines stupenden Erfolges. Unter den vielen Fotografen-Autobiografien dürfte die Newton'sche, die überflüssigerweise in "Das Leben" und "Die Arbeit" aufgeteilt ist, das größte Interesse erregen, daher schon - auch als lockeres Zeitbild - ab mittleren Beständen. (2) (Klaus-Peter Preußger)
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