Empfehlungen basierend auf "Anna – Was die Zeit nicht heilt"
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von Ann Petry
Als alleinerziehende Mutter kämpft Lutie Johnson unerschütterlich für ihre eigene Würde und darum, ihren kleinen Sohn Bubb inmitten all der Armut, Gewalt und rassistischen Verachtung, die sie umgibt, zu einem anständigen Menschen heranzuziehen. Schauplatz ist die 116th Street auf der Upper Westside in Manhattan. Keiner entrinnt dieser verkommenen Welt, in der Menschen zwangsläufig roh und stumpf und zu kriminellen Verzweiflungstaten hingerissen werden. Lutie ist entschlossen, den Absprung in ein besseres Leben zu schaffen, doch die Niedertracht der Straße und die Bosheit eines menschenverachtenden Systems stellen sich ihr mit aller Macht in den Weg. Ann Petry besitzt den unverwechselbaren Ton einer überragenden Erzählerin, ihr Stoff hat bis heute nichts von seiner erschütternden Dringlichkeit verloren.
von Monika B., Karin Jäckel
Monika B. - Ich bin nicht mehr eure Tochter - bk337; Bastei Lübbe Verlag; Hrg. Karin Jäckel; pocket_book; 1995
von Aglaja Veteranyi
Eine Kindheit zwischen zwei Welten – zart und eindrücklich erzähltDas Kind einer rumänischen Artistenfamilie lebt in zwei Welten, der farbig verklärten Heimat von Zirkus und Wohnwagen, aber auch der harten Wirklichkeit des ständigen Fremd- und Unterwegsseins. Voller Illusionen ist die Familie den Verheißungen des Westens gefolgt, doch dann wird alles ganz anders. Mit den Augen eines jungen Mädchens, dessen Welt durch die Familie und die kleinen Ereignisse des Alltags bestimmt wird, erlebt der Leser das Scheitern eines Traums, der Selbstbetrug war von Anfang an. Aglaja Veteranyis erster Roman ist zart, anrührend und voller ursprünglicher Empfindungen. In diesem Buch sind darüber hinaus noch weitere Werke der Schweizer Schriftstellerin zu versammelt, u.a. "Das Regal der letzten Atemzüge" und "Vom geräumten Meer, den gemieteten Socken und Frau Butter".
von Monika Dahlhoff
Die kleine Monika wird mit vier Jahren nach Russland verschleppt. Dass sie die Zeit im Kindergulag überlebte, grenzt an ein Wunder. Hier erzählt sie ihre bewegende Geschichte.Winter 1944: Von russischen Soldaten wird die kleine Monika in einen Kindergulag verschleppt. Karges Essen, ein Schlafplatz zwischen Ratten und völlige Verwahrlosung - als das Mädchen nach Jahren befreit wird, ist ein normales Leben nicht möglich. In einer Pflegefamilie versucht man Monika mit Gewalt und Strenge beizukommen. Nur langsam wird aus dem geschlagenen und misshandelten Kind wieder ein Mensch. Und immer sehnt sich Monika nach der Geborgenheit, die ihr so lange verwehrt wurde, und hofft auf ein Wiedersehen mit ihrer Mutter.
von Tamara Petkewitsch
Erinnerungen, Aus dem Russischen von Renate Reschke / / German literature / Duits / German / Allemand / Deutsch / hard cover / dust jacket / 14 x 22 cm / 509 .pp /
von Klaus Kordon
Berlin, Frühjahr 1945: Tag und Nacht Bombenalarm. Die zwölfjährige Änne erlebt die letzten Monate des Krieges und wie die sowjetische Armee die Stadt besetzt. Eines Tages steht ein Mann vor der Tür, den sie noch nie gesehen hat und an den sie sich zuerst gewöhnen muss: Es ist ihr Vater, der das KZ überlebt hat.
von Ulla Hahn
»Ein imposantes, autobiographisch gefärbtes Epos« Der SpiegelEin Mädchen, Arbeiterkind, voller Neugier und Lebenswille sieht sich im Käfig einer engen katholischen Dorfgemeinde gefangen. Sie stößt an die Grenzen einer Welt, in der Sprache und Phantasie nichts gelten. Fast zerbricht sie an der Härte und Verständnislosigkeit der Eltern, die sie in den eigenen Lebensgewohnheiten festhalten wollen. Im Deutschland der fünfziger und frühen sechziger Jahre sucht das Mädchen seinen Weg in die Freiheit: die Freiheit des verborgenen Worts.Ausstattung: JUBILÄUMSAUSGABE
von Gusel Jachina
»Warum sollte man das lesen? Weil die Autorin an die Wurzeln der Menschlichkeit geht, weil sie so schreibt, dass man fühlt und begreift, wie sich auch mit diesem Buch ein Vorhang vor so lange verdeckten oder beschönigten Tatsachen hebt.«
von Kristín Steinsdóttir
Pálina Jónsdóttir wächst im späten 19. Jahrhundert in einer abgeschiedenen Gegend im Osten Islands auf, am Fuß eines Gletschers, mit Blick auf gewaltige Gebirgszüge und das stürmische Meer. In einfachsten Verhältnissen lebend, in einer vielköpfigen Familie und großen, engen Hofgemeinschaft, schwankt sie zwischen Heimatgefühl und Fernweh, träumt von einer glücklichen, sonnigen Zukunft und fühlt sich doch auf der Mädchenschule in Reykjavík nicht wohl. Von Kind an leidet sie unter seelischen Spannungen, die sich, als sie selbst eine Familie gründet und in ihre Heimat zurückgekehrt ist, verschärfen. Die enge, ambivalente Beziehung zum Vater hat ihr Leben großen Belastungen ausgesetzt. "Im Schatten des Vogels" ist Kristíns Steinsdóttirs dritter Roman für Erwachsene, eine auch autobiographisch geprägte und bewegende, poetisch geschriebene Geschichte vom Leid und Glück einer besonderen Frau.
von Chantal Akerman
Zeit ihres Lebens vermag die Mutter nichts zu erzählen von ihrem Leid in Auschwitz, während sich die Tochter ihre ganz eigene filmische und künstlerische Sprache erarbeitet, ein Leben in Paris und New York sucht und findet. Als die Mutter schließlich gebrechlich ist, protokolliert sie die ihnen gemeinsam verbleibende Zeit. Im wiederkehrenden Lachen der Mutter, dem Rhythmus der Tage und Nächte erinnert sich die Tochter an ihr eigenes Leben, blickt auf entscheidende Freundschaften und Liebschaften zurück.   Meine Mutter lacht changiert zwischen nüchternem Journal und zärtlicher Anrede, fragiler Auseinandersetzung und intimem Selbstgespräch und ist das schmerzhafte Zeugnis mehrerer Abschiede: ein Schlüssel zum Werk der großen Filmemacherin und ein ergreifendes Stück autobiographischer Literatur.