3.9

Am Ende der Kleinigkeiten

von Franziska Hauser

Format:Hardcover
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Irma will raus aus den Rollen, die andere ihr zuschreiben – ein warmherziger, emotionaler und kraftvoller Roman über den Mut zum Neuanfang, kämpferische Mutterschaft und die Suche nach der eigenen Stimme. Vor ihrer Mutter nach Berlin geflüchtet, strandet die junge Irma vor dem Theater. Dass sie bald schon auf der Bühne steht, hat sie nicht zu hoffen gewagt. Der Alltag am Theater ist weniger glamourös als erwartet, und doch aufregend anders als die alternative Siedlungsgemeinschaft, in der die vaterlose Irma aufgewachsen ist. Da ist die Star-Schauspielerin Blanda, Helene, die Irma bei sich aufnimmt, und der exzentrische Regisseur Taron Capla, der ihr eine wichtige Chance gibt. Irma stolpert durch die Dramen auf und hinter der Bühne, während sie von ihren Erinnerungen eingeholt wird. Die schmerzlichste ist jene an ihre Mutter, ihr warmes Strahlen, ihre kalte Verachtung. Als Irma ihre Rolle so zu sprechen beginnt, wie ihre Mutter sie gesprochen hätte, erntet sie von allen Seiten Applaus. Und doch wird klar: Sie muss aufhören, ihr Leben nur zu spielen, und den Fluch brechen. Franziska Hauser schreibt über das, was Mütter und Töchter, Freiheit und Abhängigkeit, den Einzelnen und die Gemeinschaft verbindet und abstößt – und über all die schönen und schrecklichen Kleinigkeiten dazwischen. Mit viel Witz und in direktem Ton umarmt sie ihre Figuren und fordert sie heraus, sich zu zeigen. Ein Roman über Wunden, die nie heilen, und Wunder, die trotzdem passieren. »Hier werden keine Kleinigkeiten verhandelt. Hier wird von Gewalt und Mutterschaft, von Hingabe und Demütigung erzählt. Und dabei gelingt Franziska Hauser etwas Unglaubliches: Zwischen all das setzt sie behutsam ein Mädchen, das zur Frau wird. So durchlässig, dass sie mir das Herz öffnet. Ich darf mit Irma wachsen und heilen. Ich liebe diese Irma. Ich liebe dieses Buch!« Maren Wurster

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
Hardcover
Erschienen an: 2026

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Aktuelle Rezensionen(1)

3.9(2 ratings)
Jacqueline RömerRezension von Jacqueline Römer

Eine Geschichte im Schatten einer toxische Mutter-Tochter-Beziehung Das Theater, die Bühne - was für eine fremde Welt. Irma verschlägt es vielleicht aus Zufall, vielleicht weil es so kommen musste, an diesen Ort, der für Jahre ihre neue Heimat werden soll. Nicht weniger fremd ist mir der Ort, an dem Irma ihre Kindheit verbracht hat. Ihre Mutter ist als junge Frau in entgegengesetzte Richtung aus der Stadt aufs Land geflüchtet, um dort mit Gleichgesinnten eine Kommune zu gründen. Irma ist das erste Kind, das dort geboren wurde. All das bildete einen breiten und spannenden Rahmen für ein toxische Mutter-Tochter-Beziehung. Eine Beziehung aus der Irma, die Tochter bereits als Teenager flieht und deren Folgen sie sich doch nicht so leicht entziehen kann. Denn diese Beziehung wird nicht die einzige toxische in ihrem Leben bleiben. Es tut an manchen Stellen regelrecht weh, Irma zuzuschauen, sie ratlos und leidend zu sehen. Andererseits geht einem das Herz auf, wenn sie sich wieder ein Stück frei strampelt und langsam ihren Weg findet. Obwohl die beiden Lebenswelten der Hauptprotagonistin mir so fremd sind, kommt sie mir nahe, bleibt mir nicht fremd. Hauser erzählt ihre Figuren ohne großen Pathos. Selbst die herrische Mutter bekommt das Ruder nie ganz in die Hand und die schillerndsten Theatermenschen stehen nie ganz im Licht. Wie liebevoll sie viele Charaktere erzählt, ist mir besonders bei Irmas Eventualvätern aufgefallen. Unter dem Erzählten verbergen sich hier und da unauffällig allegorische Bezüge, die zwar durchschimmern, sich aber nicht aufdrängen. Ich finde, man kann diese mitdenken, muss es aber nicht. Auch ohne über zusätzliche Deutungsebenen nachzudenken, gibt der Roman eine runde Lektüre ab. Mir persönlich waren sie nicht wichtig. Ich habe bereits zwei andere Romane der Autorin sehr gerne gelesen und auch hier trifft sie wieder einen Erzählton, dem ich gerne zugehört habe. Ich mag, wie sie das Fremde nah erzählt.

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