Empfehlungen basierend auf "Ada, das Mädchen aus Berlin"

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von Dörte Hansen

Der bewegende Bestseller von Dörte HansenDie Wolken hängen schwer über der Geest, als Ingwer Feddersen, 47, in sein Heimatdorf zurückkehrt. Er hat hier noch etwas gutzumachen. Großmutter Ella ist dabei, ihren Verstand zu verlieren, Großvater Sönke hält in seinem alten Dorfkrug stur die Stellung. Er hat die besten Zeiten hinter sich, genau wie das ganze Dorf. Wann hat dieser Niedergang begonnen? In den 1970ern, als nach der Flurbereinigung erst die Hecken und dann die Vögel verschwanden? Als die großen Höfe wuchsen und die kleinen starben? Als Ingwer zum Studium nach Kiel ging und den Alten mit dem Gasthof sitzen ließ? Mit großer Wärme erzählt Dörte Hansen vom Verschwinden einer bäuerlichen Welt, von Verlust, Abschied und von einem Neubeginn.

von Lux Lana

»Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor.« Olga Grjasnowa Ukraine, 90er Jahre. Große Party der Freiheit. Manche tanzen und fressen oben auf dem Trümmerhaufen der Sowjetunion, andere versuchen noch, ihn zu erklimmen. Auch Samira. Mit sieben Jahren macht sie sich auf die Suche nach Freiheit und Wohlstand. Während teure Autos die Straßen schmücken, lebt Samira mit ein paar anderen Kids in einem Haus, wo es keinen Strom, kein warmes Wasser und kein Klo gibt. Aber es geht ihr bestens. Sie hat ein eigenes Sofa zum Schlafen und eine fast erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt. Außerdem hat sie einen Job, und den macht sie gut: betteln. Niemand kann diesem schönen Kind widerstehen, auch Rocky nicht. Er nennt sie Kukolka, Püppchen. Wenn Kukolka ihn lange genug massiert, gibt er ihr sogar Schokolade. Alles scheint perfekt zu sein. Doch Samira hält an ihrem Traum von Deutschland fest. Und ihr Traum wird in Erfüllung gehen, komme, was wolle. Lana Lux hat einen gnadenlos realistischen Roman über Ausbeutung, Gewalt und Schikane geschrieben, über ein Leben am Rande der Gesellschaft, geführt von einer Heldin, die trotz allem schillernder nicht sein könnte.

von Oskar Maria Graf, Wilfried F. Schoeller

"Wenn all meine Bücher vergehn - des Buch bleibt", sagte Oskar Maria Graf über seinen 1940 erschienenen Roman. Er sollte Recht Das liebevolle, eindringliche Porträt seiner Mutter, die mit ruhiger Kraft ihre Familie zusammenhielt, gilt heute als sein Meisterwerk.Geboren 1857, gestorben 1934. Ludwig II., Bismarck, Hitler, der Krieg 1870/71 und der 1. Weltkrieg, die industrielle Revolution und die Weimarer Republik - Resl Heimrath verbrachte ihr Leben in einer Zeit voller Umbrüche. Von Kindheit an war ihr Alltag harte Arbeit und Mühe. Das änderte sich nicht, als sie den Bauernhof ihrer Familie verließ und den Bäckermeister Max Graf heiratete. Sie bekam elf Kinder, von denen acht erwachsen wurden, und blieb trotz aller Ängste, die sie in Kriegs- und Gefahrenzeiten ausstand, der ruhende Pol des Bäckerhauses am Starnberger See. Oskar Maria Graf hat mit diesem Porträt seiner Mutter nicht nur eine Chronik dörflichen Lebens in Oberbayern geschaffen, sondern auch einen sozial- und zeitkritischen Roman von großer poetischer Kraft.

von Reine-Marie Paris

Camille Claudel war unbestritten eine der wenigen großen Bildhauerinnen unserer Zeit. Ihr Leben aber blieb ein Rätsel, eher verstellt als erhellt durch einige bekannte schlagwortartige Akten und Gerüchte: sie war eine sehr eigenwillige Künstlerin, sie war die Geliebte Auguste Rodins, ihr Leben endete in Alkohol und Armut, sie starb in einer Nervenheilanstalt. Auch um anderen spekulativen Deutungen dieses Lebens entgegenzutreten, gab Reine-Marie Paris, eine Enkelin Paul Claudels, ihr Buch heraus. Ihr stand als einziger das Familienarchiv der Claudels offen, und sie hält sich in ihrer Darstellung streng an die Fakten.Camille Claudel wurde 1864 geboren. Schon früh entdeckte sie ihre künstlerische Begabung. Die Familie zog 1881 nach Paris. Dort trat sie in die Académie Colarossi ein, gründete bald mit zwei anderen jungen Künstlerinnen ein eigenes Atelier. Irgendwann um diese Zeit – ein genaues Datum ist nicht bekannt – tritt sie in Rodins Atelier ein, wird seine Gehilfin. Eine jahrelange stürmische Liebe verbindet die beiden, eine quälerisch intensive Beziehung, die schließlich zerbricht. Künstlerisch wächst die Anerkennung für das Werk Camilles, obwohl es immer an der Arbeit Rodins gemessen wird. Dann beginnt der Abstieg. Nach dem Zerbrechen der Bindung an Rodin wird es für sie schwer, eine unabhängige Existenz aufrechtzuerhalten. Sie braucht die Zuwendungen ihres berühmten Bruders, Paul Claudel, sie trinkt, verwahrlost, treibt sich nachts in den Straßen von Paris herum, wird schließlich von der Familie in eine Nervenheilanstalt eingewiesen.Über die Biographie hinaus enthält das Buch eine Auswahl aus den Briefen, eine Darstellung ihrer Krankheitsgeschichte sowie Werkkatalog und Bibliographie. Bernard Howells schrieb ein Nachwort über Camilles Beziehung zu ihrem Bruder Paul. 70 Schwarzweiß- und 6 Farbfotos dokumentieren das bildhauerische Werk.

von Indra Maria Janos

Aus ihrer Heimat vertrieben, verlor sie ihr Herz an BerlinIn Berlin findet die Galizierin Mascha Engel endlich eine Heimat und im Romanischen Café und im Künstler-Kabarett Freunde, die nicht an ihrer Herkunft, sondern an ihrer Kunst interessiert sind. Und die lebt sie in ihrer Großstadtlyrik aus. Als sie 1928 den Hebräischlehrer Saul Kaléko heiratet, hat sie sich, blutjung, bereits einen Namen als Lyrikerin gemacht. Ihre Gedichte erscheinen in Zeitungen und mit dem ›Lyrischen Stenogrammheft‹ erstmals in Buchform. Dann kommt das Jahr 1933 und plötzlich ist Mascha weder Galizierin noch Berlinerin, sondern nur noch Jüdin. Immer mehr Freunde und Schriftstellerkollegen verlassen Berlin, doch Mascha will die Zeichen der Zeit nicht sehen. Und sie verliebt sich in den Musiker Chemjo Vinaver … 

von Sarah Höflich

Dadurch, dass die Autorin den Konflikt im Wesentlichen in einer Familie verortet und mit gut gezeichneten Charakteren verbindet, entsteht ein plastisches Bild davon, was Radikalisierung bedeutet.

von Chantal Akerman

Die Mutter lebt in Brüssel in der großen ­Wohnung. Der Vater ist vor kurzem gestorben. Eine der ­Töchter lebt in Paris, die andere in Amerika, der Rest der Familie ist über die ganze Welt verstreut, verbunden durch das Telefon und die Toten. Eine ­Familie, in der man kaum miteinander spricht, außer um zu sagen, was es zum Essen geben wird, und das auch nur knapp. In ebenso sparsamen wie eindring­lichen Sätzen, in intimen Beobachtungen des sich wiederholenden Laufs der Zeit wird die Geschichte einer Familie erzählt, die sich verloren hat. Akermans in erlebter Rede entfalteter Text, der bis auf eine signifikante Ausnahme keine Namen kennt, ist in seiner unsentimentalen Radikalität und zarten Zeichnung ein Porträt des Zwischenmenschlichen überhaupt.  

von Jochen Buchsteiner

Jochen Buchsteiner rekonstruiert die Flucht seiner Großmutter aus Ostpreußen im Jahr 1945 - und zeigt, wie persönliche Erinnerungen historische Entwicklungen greifbar machen.

von Sissel-Jo Gazan

Rosa wächst in den 80er Jahren in Aarhus auf und versteht sich prächtig mit ihrer unkonventionellen Mutter Helle. Nur die Frage nach Rosas leiblichem Vater will Helle ihrer Tochter nicht beantworten. Zum Glück hat sie einen wunderbaren Ersatzvater, den homosexuellen Künstler Kalle Krudt

von Alice Horáčková

Eine deutsch-tschechische Familiensaga aus dem Sudetenland – basierend auf einer wahren Geschichte. Zum Gastlandauftritt Tschechien auf der Frankfurter Buchmesse 2026. Benetzko im Riesengebirge in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts: Hier wachsen zwischen Regimewechseln und verheerenden Kriegen auch Zdenka und Anežka auf. Die eine tschechisch, die andere deutsch, werden sie beide eigensinnige Frauen, die im Laufe der Jahrzehnte mit so einigem kämpfen und hadern – wildernden Männern, keifenden Schwiegermüttern, desertierenden Kindern oder ihren Nationalitäten – und vieles verlieren, aber niemals ihre Freundschaft.Benetzko im Sudetenland. Hier begegnen sich Wilderer und freigeistige Frauen, Stofffabrikanten und spiritistische Damen, hier heiraten Tschechen Deutsche und – nur um sich dann darüber zu streiten, welche Nationalität sie bei der Volkszählung angeben sollen, wer zuerst die neue Schule bauen wird und wer einen Hund namens Masaryk getötet hat.Inmitten geheimer Romanzen, Desertionen aus der Armee, beiläufigem Verrat und Namensänderungen kosten kleine Entscheidungen am Ende Menschenleben.Ausgehend von der Geschichte ihrer eigenen Familie – von kostbaren Erinnerungen und traurigen Memoiren, von Fotos, vergilbten Zeitungen und Archivfunden – webt die Autorin eine mitreißende Familiensaga.»Im Riesengebirge wurde Tschechisch und Deutsch gesprochen, und die Schicksale von Familien kreuzten sich, vermischten sich und prallten aufeinander. All das hallt in diesem außergewöhnlichen Roman nach.« Jaroslav Rudiš