3.6

Voices. Ich kann euch hören

von Natalie Chandler, Alice Jakubeit

Format:Softcover
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Tamsin Shaw liegt seit einem Autounfall im Koma. Was niemand weiß: Während sie nicht einmal einen Finger bewegen, geschweige denn die Augen öffnen kann, ist sie bei vollem Bewusstsein. Auch erinnern kann sich Tamsin nicht. Nicht an den Unfall, der sie ans Bett fesselte, und auch nicht an die Tage zuvor. Als Psychiaterin weiß sie, dass diese Art von Dornröschenschlaf sie vor einer besonders traumatischen Erinnerung schützen soll. Als ihr Ehemann Jamie plötzlich beschließt, Tamsin aus ihrem vermeintlich hoffnungslosen Zustand zu erlösen, beginnt ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit. Wenn sie jemals wieder ihre Tochter in die Arme schließen möchte, muss sie sich erinnern! Doch was, wenn die Wahrheit nicht nur schmerzhaft, sondern tödlich ist …

Mystery, Thriller, Horror & Crime
352 SeitenSoftcover
Erschienen an: March 2, 2026

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Aktuelle Rezensionen(8)

3.6(37 ratings)
AlecRezension von Alec

Es war ein echt gutes Buch, was sich zu lesen lohnt. Man bekommt die Sicht von ihr und ihrem Mann aus vor dem Unfall und aktuell und trotzdem ist es überhaupt nicht verwirrend.

MonisBücherweltRezension von MonisBücherwelt

„Voices“ hat mich insgesamt gut unterhalten und war stellenweise richtig spannend. Natalie Chandler schafft eine beklemmende Atmosphäre und es gab einige Szenen, die mich wirklich gefesselt haben. Besonders positiv fand ich, dass der Thriller auch ohne einen riesigen Plot-Twist am Ende funktioniert – die Geschichte trägt sich auch so sehr gut. Allerdings gab es zwischendurch einige Kapitel, die sich etwas gezogen haben und das Tempo etwas ausgebremst haben. Außerdem war der Täter für mich leider keine große Überraschung, sodass der Spannungsbogen gegen Ende etwas nachgelassen hat. Trotzdem ein solider Thriller mit einigen richtig starken Momenten, den ich gerne gelesen habe. Wer atmosphärische Spannung mehr schätzt als spektakuläre Wendungen, wird hier auf jeden Fall auf seine Kosten kommen.

Jessica Rezension von Jessica

Das Thema an sich wahnsinnig spannend, die Geschichte baut sich langsam auf daher finde ich es stellenweise sehr langatmig. Die letzten ca . 50 Seiten waren spannender, leider reicht das für mich nicht aus. Habe leider schon spannendere Thriller gelesen.

CaroRezension von Caro

Inhalt Nach einem Unfall liegt die renommierte Psychiaterin Tamsin im Koma. Drei Jahre nach dem Unfall sind sich die meisten einig, Tamsin ist schon lange fort. Aber Tamsin bekommt trotz der Zweifel alles mit, was um sie herum geschieht, kann sich nur nicht bemerkbar machen. Als ihr Mann sich entschließt, die lebenserhaltenden Maßnahmen abzuschalten, beginnt sie zu kämpfen. Denn sie muss unbedingt wach werden, um die Wahrheit zu erzählen, das was wirklich vor drei Jahren passiert ist. Eigene Meinung Tamsins Kapitel in der Gegenwart sind unglaublich anschaulich beschrieben. Man hat selber das Gefühl, dort im bewegungslos Bett zu liegen, hilflos und unfähig, sich bemerkbar zu machen. Es ist kein spannender Thriller im eigentlichen Sinne. Ich habe schon deutlich actionreichere gelesen, dennoch ist man mit jedem dahingeworfenen Brocken mehr gefesselt und gespannt darauf, was wirklich passiert ist und welche Geheimnisse Tamsin hat. Mit ergänzenden Rückblicken bekommt man nach und nach ein immer umfangreicheres Bild von Tamsins Leben, ihrer Arbeit und was zum Unfall geführt hat. Die Auflösung war schlüssig und überzeugend, wenngleich sie mich nicht komplett überrascht hat. Fazit Kurzweilig, eher ruhig, dennoch überzeugend.

BuchsuchtRezension von Buchsucht

Bei vollem Bewusstsein gefangen – und niemand weiß es Tamsin Shaw liegt seit einem mysteriösen Autounfall im Koma. Was niemand weiß: Während sie nicht einmal einen Finger bewegen oder die Augen öffnen kann, ist sie bei vollem Bewusstsein. Sie hört jedes Gespräch, nimmt ihre Umgebung wahr, spürt die Anwesenheit ihrer Besucher – kann sich aber auf keine Weise mitteilen. Gefangen im eigenen Körper, ausgeliefert, während alle um sie herum glauben, sie sei für immer verloren. Das Problem: Tamsin kann sich nicht erinnern. Nicht an den Unfall, nicht an die Tage davor. Als Psychiaterin weiß sie, dass diese Art von Dornröschenschlaf sie womöglich vor einer besonders traumatischen Erinnerung schützen soll. Doch wie schlimm muss die Wahrheit sein, wenn das eigene Unterbewusstsein einen lieber sterben lassen würde, als sich zu erinnern? Als ihr Ehemann Jamie plötzlich beschließt, Tamsin aus ihrem vermeintlich hoffnungslosen Zustand zu „erlösen“, beginnt ein verzweifelter Kampf gegen die Zeit. Tamsin muss sich erinnern, bevor es zu spät ist. Das ist der absolute Star dieses Buches, und der Grund, warum ich es so liebe: die Wachkoma-Perspektive. Die gesamte Geschichte wird größtenteils aus der Sicht einer Frau erzählt, die zwar alles wahrnimmt, aber komplett handlungsunfähig ist. Diese Ausgangslage ist so beklemmend, so unangenehm, so klaustrophobisch, dass sie mir körperlich nahegegangen ist. Tamsin ist gefangen in ihrem eigenen Körper, während um sie herum Menschen Entscheidungen über ihr Leben treffen. Natalie Chandler holt aus dieser Idee alles heraus. Das Gefühl des Ausgeliefertseins zieht sich durch das ganze Buch und sorgt für eine konstante, unterschwellige Spannung, die nie nachlässt. Man leidet mit Tamsin, will sie anschreien, will ihr helfen, und kann genau wie sie selbst nichts tun außer zuhören. Diese erzählerische Hilflosigkeit ist literarisch brillant umgesetzt. So eine intensive Identifikation mit einer Hauptfigur habe ich selten erlebt. Chandlers Schreibstil ist angenehm flüssig und unaufgeregt – genau richtig für diesen Stoff. Sie verliert sich nicht in unnötigen Details, sondern hält den Fokus auf der psychologischen Spannung. Man kommt schnell durch die Seiten, ohne dass es oberflächlich wirkt. Das ist die Kunst des guten Psychothrillers: viel Sog erzeugen, ohne ständig auf laute Action setzen zu müssen. Man merkt der Autorin ihren Hintergrund an: Natalie Chandler arbeitet als Verhaltenspädagogin mit Schwerpunkt auf sozialer, emotionaler und psychischer Gesundheit. Dieses Fachwissen fließt spürbar in die Darstellung von Tamsins Innenleben, ihrer psychiatrischen Selbstanalyse und der Mechanismen von Trauma und Verdrängung ein. Das verleiht dem Buch eine Glaubwürdigkeit, die viele Genre-Vertreter vermissen lassen. „Voices“ setzt nicht auf spektakuläre Action, sondern auf psychologische Spannung und eine dichte, leicht beklemmende Atmosphäre. Das ist genau die Art von Thriller, die ich liebe – einer, der unter die Haut geht, statt laut zu sein. Chandler spielt gekonnt mit Wahrnehmung und Zweifel. Während der Geschichte gerät immer mehr ins Wanken: Erinnerungen, Einschätzungen, die Frage, was eigentlich wirklich passiert ist. Besonders raffiniert: Tamsin hört die Gespräche ihrer Besucher und merkt nach und nach, dass mehrere von ihnen Geheimnisse verbergen. Wem kann sie trauen? Wer lügt? Wer hatte ein Motiv? Und das alles, ohne dass sie selbst eine einzige Frage stellen kann. Diese Konstellation, die Detektivin, die ermittelt, ohne sich bewegen zu können, ist genial und macht das Buch zum echten Pageturner. Chandler erzählt nicht nur aus Tamsins Wachkoma-Perspektive. Auf verschiedenen Ebenen erfahren wir nach und nach die Vorgeschichte des vermeintlichen Unfalls und die aktuelle Lebenssituation von Tamsins Familie und Freund:innen. Diese mehrschichtige Struktur sorgt dafür, dass man das Puzzle Stück für Stück zusammensetzt, immer mit dem Wissensvorsprung oder -rückstand gegenüber Tamsin, der die Spannung zusätzlich befeuert. Was mir besonders gefällt: Die Erinnerungslücke ist nicht nur ein billiger Plot-Kniff, sondern psychologisch sinnvoll eingebettet. Tamsin als Psychiaterin reflektiert ihren eigenen Zustand fachkundig, und genau das macht die langsame Annäherung an die verdrängte Wahrheit so faszinierend. Die Frage „Wie schlimm muss die Erinnerung sein, dass mein Gehirn mich lieber sterben lässt?“ trägt das ganze Buch. Die tickende Uhr ist ein cleverer Spannungsmotor. Als Jamie beschließt, die lebenserhaltenden Maßnahmen zu beenden, bekommt Tamsins Kampf eine existenzielle Dringlichkeit. Sie muss sich erinnern, sie muss einen Weg finden, sich mitzuteilen, sonst ist alles vorbei. Diese Dringlichkeit hat mich durch die letzten Kapitel getrieben, bis hin zu einer Auflösung, die mich überzeugt hat. Ohne zu spoilern: Die Wendungen im letzten Drittel sind clever gesetzt. Chandler hat über das ganze Buch Hinweise verteilt, die im Nachhinein Sinn ergeben. Ganz ehrlich, ein kleiner Vorbehalt: Die eingeschränkte Perspektive ist Stärke und potenzielle Schwäche zugleich. Weil Tamsin nur wahrnehmen, aber nicht handeln kann, gibt es im Mittelteil ein, zwei Stellen, an denen die Handlung etwas auf der Stelle tritt. Manche Leser:innen könnten diese Passagen als leichte Längen empfinden. Mich hat es nicht gestört, weil gerade die Statik zum klaustrophobischen Konzept passt, aber es ist ein Punkt, den man kennen sollte. Für mich überwiegen die Stärken aber so deutlich, dass es bei der vollen Sternzahl bleibt. Die Originalität der Idee, die konsequente Umsetzung und die psychologische Tiefe machen kleine Längen mehr als wett. Mein Fazit: „Voices. Ich kann euch hören“ ist einer der originellsten Psychothriller, die ich seit Langem gelesen habe. Die geniale Wachkoma-Perspektive trägt das ganze Buch und sorgt für eine Spannung, die einem körperlich nahegeht. Natalie Chandler beweist mit ihrem ersten auf Deutsch erschienenen Thriller, dass sie es versteht, psychologische Tiefe und Pageturner-Sog perfekt zu verbinden. Wer raffinierte Spannung, eine außergewöhnliche Erzählperspektive und eine clevere Auflösung schätzt, sollte unbedingt zugreifen. Ich werde definitiv auch Chandlers internationale Erfolge „Believe Me Not“ und „What We Did“ im Auge behalten – diese Autorin hat mich überzeugt. Empfehlenswert für Fans psychologischer Thriller, die auf Atmosphäre statt Action setzen, wie Karin Slaughter, Gillian Flynn, B.A. Paris oder Shari Lapena. Für alle, die originelle Erzählperspektiven lieben und Thriller schätzen, die unter die Haut gehen. Auch eine starke Hörbuch-Empfehlung – die Wachkoma-Perspektive wirkt vertont noch intensiver. Eher nichts für Leser:innen, die rasante, actiongeladene Thriller mit ständigen Cliffhangern bevorzugen, oder die Themen rund um Wachkoma, lebenserhaltende Maßnahmen und medizinische Grenzsituationen emotional zu sehr belasten. Wer eine statische Erzählperspektive grundsätzlich anstrengend findet, sollte vorher in die Leseprobe schauen.

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