»Ein Monster hat mich dazu gebracht, zu den Monstern meiner Kindheit zurückzukehren«Bei Nacht und Nebel flieht Felizitas mit ihrer kleinen Tochter aus ihrem Zuhause. Sonst, so hat sie endlich verstanden, wird ihr gewalttätiger Mann sie zerstören. Doch ihr bleibt nur ein Zufluchtsort: das Haus ihrer Mutter im tiefen Wald. Am See, in dem die Kinderleichen ruhen. Wo die Schatten der Vergangenheit sie zu verschlingen drohen. Schon bald fürchtet sie, dass ihr Mann ihre Fährte aufgenommen hat. Oder lauern die wahren Schrecken wo anders?
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Verirrt
von Michaela Kastel
»Ein Monster hat mich dazu gebracht, zu den Monstern meiner Kindheit zurückzukehren«Bei Nacht und Nebel flieht Felizitas mit ihrer kleinen Tochter aus ihrem Zuhause. Sonst, so hat sie endlich verstanden, wird ihr gewalttätiger Mann sie zerstören. Doch ihr bleibt nur ein Zufluchtsort: das Haus ihrer Mutter im tiefen Wald. Am See, in dem die Kinderleichen ruhen. Wo die Schatten der Vergangenheit sie zu verschlingen drohen. Schon bald fürchtet sie, dass ihr Mann ihre Fährte aufgenommen hat. Oder lauern die wahren Schrecken wo anders?
Aktuelle Rezensionen(3)
Verirrt - mystisch, beängstigend, gruselig Es war einmal...so fangen Märchen an und ich bin wieder ein Kind, was sich vor dem dunklen Hexenwald bei Hänsel und Gretel fürchtet. Dieses Buch ist eine Zeitreise, im wahrsten und im übertragenen Sinne. Ich mag Thriller, ich mag Gänsehaut auf meinem Körper, ich mag es, wenn ich ein Buch nicht aus der Hand legen kann, weil es so spannend ist. Dieses Buch habe ich in einem Rutsch gelesen. Und ich hab mich gegruselt wie schon lange nicht mehr, denn dieses Buch ist anders. Es ist nicht offensichtlich, es ist subtil bis in die Fußspitzen. Dieses Buch lebt einerseits von seinem Setting. Eine Hütte im dunklen, dichten Wald an einem See. Kälte und Isolation. Gruselgeschichten von Kinderleichen im See und das Böse, das im Wald lebt. Düster, geheimnisvoll, angsteinflössend. Und dieses Buch lebt von einem schleichenden, tief sitzenden Unbehagen. Es greift nach unserem Verstand. Was ist wahr, kann ich meinen Augen trauen? Ist das Grauen der Kindheit wahr? Gibt es doch das unerklärlich Böse in der Welt? Es zerlegt uns, es manipuliert uns, was ist Realität. Und auch ich hatte einen Till als Kind, einen Clown, der über meinem Bett auf einem Regal saß, der mich anstarrte, vor dem ich mich gruselte und vor dem ich mich unter meiner Bettdecke versteckte. Verirrt ist ein handwerklich hervorragend konstruierter Psychothriller, bei dem die Grenzen zwischen realer Bedrohung und psychischen Wahn verwischen.
Wow, also ich muss sagen dieses Buch hat mir wirklich außerordentlich gut gefallen und ist zweifellos das - mit Abstand - Beste, welches ich seit langem gelesen habe. Begonnen bereits bei dem Schreibstil, welcher mich wirklich auf voller Linie überzeugen und begeistern konnte, was vor allem daran lag, dass Dieser gleichzeitig emotional, jedoch auch nicht überladen war, wodurch es auf der einen Seite gut möglich wurde, sich in die Figuren, sowie auch ihre Gedanken und Empfindungen hineinzuversetzen und was auch im Allgemeinen dazu geführt hat, das man sich als Leser sehr nah an den Geschehnissen bewegt hat und das Gefühl hatte - wirklich bei allem - mit dabei zu sein, es jedoch auf der anderen Seite auch nicht zu dramatisch wurde. Gleichzeitig waren die Beschreibungen auch wirklich große Klasse und ich konnte mir wirklich alles perfekt vorstellen, wodurch die Handlung wie ein Film vor meinen Augen vorbeigezogen ist, was ich - in der Intensität - bisher noch aus keinem Buch zuvor kannte. Auch hat dieser - wirklich unglaublich gut Schreibstil - dafür gesorgt, dass sich eine ganz eigene Atmosphäre aufbauen konnte und auch wirklich starke Gefühle bei mir ausgelöst wurden. So war die Atmosphäre bereits zu Beginn des Buches sehr düster, irgendwie bedrückend und vor allem gruselig, was sich im Laufe der Geschichte dann auch zusehens noch gesteigert hat. Vor allem hat mir hier gefallen, dass man die ganze Zeit das Gefühl hatte, dass sich etwas sehr Düsteres und Furchtbares im Hintergrund befindet, eine versteckte Gefahr, die jedoch nicht deutlich wurde, sondern unsichtbar im Hintergrund lauerte, wodurch ich auch bis zum Schluss nicht einschätzen konnte in welche Richtung die Geschichte am Ende gehen würde. Tatsächlich habe ich bis relativ weit ins Buch hinein sogar überlegt, ob es sich wirklich nur um einen normalen Thriller handeln, oder sich möglicherweise doch auch übernatürliche Horrorelemente finden lassen würden, da die ganze Grundstimmung schon wirklich sehr auf Letzteres schließen ließ, vor allem zur Mitte des Buches hin, als einige Dinge vorfielen, welche sich - für mich zwischendrin - im Grunde nur noch damit erklären ließen. Im Zusammenhang hiermit, hatte ich zwischenzeitlich wirklich ein ungutes Gefühl ab einer bestimmten Uhrzeit weiterzulesen, weil ich mich wirklich gegruselt habe und vor allem die Szenen mit Till, schon ein wirkliches Unwohlsein in mir auslösen konnten, etwas das ich zuvor noch aus keinem Buch und sogar nur wenigen Filmen kannte. Zwischenzeitlich hat mich dieses Buch - einfach vom Gefühl her und dem was es in mir ausgelöst hat - sogar etwas an "The Nun" erinnert, was ein sehr großes Kompliment an Dieses sein sollte, da ich diesen Film wirklich als einen der gruseligsten und auch besten Horrorfilme werten würde, den ich jemals gesehen habe. Auch mochte ich den Aufbau der Handlung wirklich sehr gerne und wie sich alles am Ende aufgelöst hat war wirklich genial, da sich wirklich alle Fragen - die ich während des Lesens hatte - beantworten konnten und sich zudem ein großes Bild aufgebaut hat, welches wirklich von allen Seiten aus sehr stimmig ausgesehen hat. Vor allem haben mir hier auch die unterschiedlichen Perspektiven "Sie", "Er", "Es" und "Wir" sehr gut gefallen, da man zu Beginn andere Dinge vorausgesetzt hat, als sie es dann am Ende wirklich waren und sich die letzten Sichtweisen auch erst ganz zum Schluss aufklären ließen und Diese die ganze Geschichte dann auch in ein komplett anderes Licht rückten, was man zuvor ganz anders vermutet hatte. Was ich auch wirklich faszinierend fand, war, wir es der Autorin gelungen ist, die ganze Geschichte über die Spannung zu halten und - auch wenn es zwischendurch immer mal wieder kurze Tiefpunkte in Dieser gab - sie wirklich bis zum Ende hochzuhalten und nie komplett abreißen zu lassen, sodass es sich an keiner Stelle wirklich gezogen hat, oder langweilig war. Somit kann ich wirklich sagen, es war packend bis zum Ende, da sich sogar im letzten Kapitel, auf den letzten Seiten, nachdem die eigentliche Handlung bereits durch war, noch einige Rätsel gelöst haben. Ich habe während des Lesens wirklich oft gedacht, dass ich jetzt auf die Lösung gekommen bin und weiß wie Diese sein wird, jedoch hat sich die Geschichte dann doch immer wieder anders entwickelt und mich in eine völlig neue Richtung geführt, welche ich nicht erwartet hatte. Tatsächlich würde ich wirklich sagen, dass die Autorin sich - alleine durch dieses Buch - jetzt schon zu einer neuen Lieblingsautorin von mir gewandelt hat und ich schon sagen kann, dass ich ihre weiteren Bücher auf jeden Fall auch noch lesen werde. Auch ihre Charakterisierung hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich diesen Punkt, im Vergleich zu den ganzen Anderen, eher niedriger gewichten und sagen würde, dass der Fokus schon eher auf Spannung und insbesondere Atmosphäre lag. Trotzdem fand ich auch die Figuren sehr interessat und ich mochte es, wie man mit der Zeit immer mehr verstehen und einordnen konnte, wieso Diese sich verhalten haben, wie sie sich eben verhalten haben. Hier fand ich es auch sehr interessant, wie ich die Protagonistin Felizitas zu Beginn noch, eher weniger sympatisch fand, sich dies über das Buch hinweg dann immer mehr gewandelt hat, auch weil eine Charakterentwicklung stattgefunden hat und sie, wie sie am Ende auch selbst sagt "nicht mehr die ist, die sie mal war". Abgesehen davon mochte ich es auch sehr gerne, dass das Buch einem als Leser erlaubt hat immer weiter in die Abgründe der menschlichen Psyche zu blicken und aufzuzeigen, wie Menschen hinter ihrer Fassade wirklich sind und - auch wenn sie nach außen zwar etwas seltsam, aber dennoch ruhig und stabil wirken - komplett abdrehen können. An der Stelle muss ich auch sagen, dass ich an einigen Stellen - auch wenn die betreffende Person wirklich abgedreht war - Mitleid und Trauer für Diese gefühlt habe, da es möglich war, anhand von einigen Informationen, welche man am Ende dann auch noch erfahren hat, zu erkennen, dass die Figur schon sehr vielschichtig war und dass Diese auch selbst versucht hat gegen ihre dunkle Seite anzukämpfen und diese zu besiegen. Besonders eine Information im letzten Kapitel hat mich in dem Kontext dann auch noch einmal sehr berührt und einen guten Abschluss ermöglicht. Die Kapitel hatte außerdem auch eine sehr angenehme Länge, wodurch ich sehr gut durch die Geschichte gekommen bin. Als Fazit würde ich am Ende ziehen:"Ein wirklich sehr sehr gutes Buch, welches tatsächlich das Erste ist dem ich jemals komplette 5 Sterne gegeben habe, was es jedoch komplett wert ist und an Welchem ich, auch nach einer Nacht die ich darüber geschlafen habe, nichts bemerkt habe, was ich bemängeln wollen würde. Somit würde ich es Jedem der gruselige Thriller mit guter Atmosphäre mag, auf jeden Fall empfehlen."
Das Buch ist insgesamt spannend geschrieben und lässt sich flüssig lesen. Die Atmosphäre ist stellenweise dicht und die Geschichte hält die Spannung gut aufrecht. Für mich persönlich war der Monster-Aspekt jedoch nicht ganz passend, da dieses Thema einfach nicht meinen Geschmack trifft. Dadurch konnte mich die Geschichte emotional nicht vollständig abholen. Wer Thriller mit düsteren und ungewöhnlichen Elementen mag, wird hier vermutlich gut unterhalten.