Sämtliche Glossen und Parodien

von Umberto Eco

Format:Hardcover

Im Jahr 1960 fiel dem damals 28-jährigen italienischen Essayisten, Zeichentheoretiker und angehenden Erfolgsschriftsteller Umberto Eco das schmale Bändchen Die Mythen des Alltags von Roland Barthes in die Hände. Kurz zuvor hatte er in seiner Kolumne "Mini-Journal" der bedeutenden Avantgarde-Zeitschrift Il Verri einen gesellschaftskritischen Text über den Striptease Jetzt kam ihm sein Wildern im Genre des Philosophen etwas überheblich vor. Von nun an überließ Eco diese Form der Analyse Roland Barthes, um sich "dem Pastiche und der Parodie zuzuwenden". Die Anekdote von Ecos Lese-Erleuchtung findet sich im ersten Sammelband mit den berühmten "Streichholzbriefe"-Kolumnen des Autors, Platon im Stripteaselokal, der neben den weiteren Einzelbänden Wie man mit einem Lachs verreist und Derrick oder Die Leidenschaft für das Mittelmaß nun Eingang in die Sämtlichen Glossen und Parodien fand. Ebenfalls aufgenommen wurden zudem zehn bisher auf Deutsch noch nie publizierte Texte, die die scharfe Beobachtungsgabe Ecos auch für Alltagsphänomene wie Talkshow-Wahnsinn, sexuelle Repression oder Krieg, Gewalt und Gerechtigkeit im Rahmen seiner "kulturellen Semiotik" ein ums andere Mal belegen.Aufgrund seiner Historienromane und Mega-Bestseller Der Name der Rose, Das Foucaultsche Pendel und Baudolino gilt Eco gemeinhin vor allem als Meister der großen, episch breiten Form. Wer bisher verpasst hat, auch den Pointillisten der kurzen Prosa zu entdecken, der sollte das schleunigst nachholen. Sämtliche Glossen und Parodien ist hierzu das ideale Buch. --Thomas Köster

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
585 SeitenHardcover
Erschienen an: 2002

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