Vor allem für eines sollten wir dankbar sein. Für unsere schlechten Augen nämlich. Denn schon mit einer guten Lupe bewaffnet, könnte man manchenorts -- an uns selbst nämlich -- winzige Monster erkennen, die uns in den Wahnsinn treiben würden. Beim Küssen oder Schmusen könnten wir zum Beispiel in den Wimpern und Gesichtsporen das Spiel der Talgdrüsenmilben beobachten. Eine unschöne Vorstellung... Unglaublich, der Planet Mensch ist von Billionen von Kreaturen bevölkert. Auf jede Zelle unseres Körpers kommen rund zehn Viecher, von denen die meisten allerdings harmlose oder nützliche Untermieter sind. Einige aber auch nicht, und erst mit denen hat der Leser dieses Buches natürlich seinen Spaß. Zum Beispiel wenn es um die Flohfallen in der Unterwäsche der Damen des vergangenen Jahrhunderts geht oder über die Vorlieben von Filzläusen. In diesem herrlich salopp geschriebenen Buch finden sich alle ekeligen und fiesen Dinge, die uns zu dem machen, was wir sind. Allein die Exkursion ins Reich der menschlichen Düfte ist eine heitere und lehrreiche Gratwanderung zwischen Lust und Abscheu. Dann zeigt sich, dass sich andere -- bisweilen nicht minder grausige -- Bewohner durchaus anständig benehmen und Gutes tun. Man stelle sich nur einmal die wabernden Heerscharen pulsierender weißer Fliegenmaden auf einer offenen Wunde vor. Tatsächlich haben manche, deren Bein schon fast zur Amputation verdammt war, diesem Treiben dankbar zugeschaut und können seither keiner Fliege etwas zu Leide tun. Jörg Blech zeigt aber auch, was passiert, wenn wir mit den Guten im Streit liegen... Wie Urängste der Grund dafür sind, dass Michael Jackson mit Mundschutz durch die Gegend fährt und dass peinliche Sauberkeit krank machen kann. "Bakterien, Einzeller und Pilze bilden 90 Prozent dessen, was wir für unseren Körper halten" sagt er, und wenn man dem Kreuchen und Fleuchen schon nicht zuschauen kann, dann sollte man wenigstens etwas darüber lesen! --J. Schüring
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Leben auf dem Menschen. Die Geschichte unserer Besiedler.
von Jörg Blech
Vor allem für eines sollten wir dankbar sein. Für unsere schlechten Augen nämlich. Denn schon mit einer guten Lupe bewaffnet, könnte man manchenorts -- an uns selbst nämlich -- winzige Monster erkennen, die uns in den Wahnsinn treiben würden. Beim Küssen oder Schmusen könnten wir zum Beispiel in den Wimpern und Gesichtsporen das Spiel der Talgdrüsenmilben beobachten. Eine unschöne Vorstellung... Unglaublich, der Planet Mensch ist von Billionen von Kreaturen bevölkert. Auf jede Zelle unseres Körpers kommen rund zehn Viecher, von denen die meisten allerdings harmlose oder nützliche Untermieter sind. Einige aber auch nicht, und erst mit denen hat der Leser dieses Buches natürlich seinen Spaß. Zum Beispiel wenn es um die Flohfallen in der Unterwäsche der Damen des vergangenen Jahrhunderts geht oder über die Vorlieben von Filzläusen. In diesem herrlich salopp geschriebenen Buch finden sich alle ekeligen und fiesen Dinge, die uns zu dem machen, was wir sind. Allein die Exkursion ins Reich der menschlichen Düfte ist eine heitere und lehrreiche Gratwanderung zwischen Lust und Abscheu. Dann zeigt sich, dass sich andere -- bisweilen nicht minder grausige -- Bewohner durchaus anständig benehmen und Gutes tun. Man stelle sich nur einmal die wabernden Heerscharen pulsierender weißer Fliegenmaden auf einer offenen Wunde vor. Tatsächlich haben manche, deren Bein schon fast zur Amputation verdammt war, diesem Treiben dankbar zugeschaut und können seither keiner Fliege etwas zu Leide tun. Jörg Blech zeigt aber auch, was passiert, wenn wir mit den Guten im Streit liegen... Wie Urängste der Grund dafür sind, dass Michael Jackson mit Mundschutz durch die Gegend fährt und dass peinliche Sauberkeit krank machen kann. "Bakterien, Einzeller und Pilze bilden 90 Prozent dessen, was wir für unseren Körper halten" sagt er, und wenn man dem Kreuchen und Fleuchen schon nicht zuschauen kann, dann sollte man wenigstens etwas darüber lesen! --J. Schüring
Aktuelle Rezensionen(1)
Unglaublich interessant!!!