3.9

Ich, Ariadne

von Jennifer Saint

Format:Hardcover

»Der Autorin gelingt es, die Welt der Sagen in eine Wirklichkeit zu überführen, die nichts krampfhaft Modernes hat. Irgendwann ist man im Labyrinth und kann nicht aufhören zu lesen.«

Literary & Contemporary Fiction
Hardcover
Erschienen an: November 29, 2021

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Aktuelle Rezensionen(5)

3.9(33 ratings)
Mara🌻Rezension von Mara🌻

Es war spannend, die griechische Mythologie so aufgearbeitet zu erleben. Aber eine Meinung habe ich irgendwie nicht zu dem Buch. Es passiert alles und nichts. Zurück bleibt eigentlich nur ein Kopfschütteln, was aber nicht an der Autorin liegt, sondern an der Mythologie selbst.

DeniseRezension von Denise

Griechische Mythologie aus Sicht der Frauen Ich fand diese Geschichte im Vergleich zu vielen anderen Erzählungen sehr erfrischend und zum Nachdenken anregend. Hier stehen nicht die (männlichen) Götter im Vordergrund, sondern es wird von zwei Schwestern erzählt, die unterschiedlicher nicht sein könnten und ihr Leben auf eigene Weise beschreiten und sich dazu entscheiden selbstbestimmt Leben zu wollen. Der Weg dorthin ist nicht einfach und man sieht leider immer wieder, dass Männer wie Theseus, Minos oder Dionysos absolut rücksichtslos und egoistisch handeln, um die eigenen Interessen und Bedürfnisse nach vorn zu treiben. Oftmals ziehen Frauen dann am Ende den kürzeren und auch das wird hier deutlich aufgezeigt. Vereinzelt gab es Abschnitte, die man hätte etwas abkürzen können, aber davon abgesehen hat mir dieses Buch sehr gefallen.

SophiaRezension von Sophia

Trauriges Buch

A.🐬Rezension von A.🐬

4.5

JennyRezension von Jenny

https://viciousbooknerd.wordpress.com/2025/04/16/ich-ariadne/ Ich, Ariadne hat sich für mich als ein unterhaltsames und leicht zugängliches Buch erwiesen. Nachdem ich mich einmal in die Geschichte eingelesen hatte, fiel es mir leicht, weiterzulesen. Die Erzählweise ist flüssig und angenehm, das Tempo gut gewählt. Besonders positiv ist mir die feministische Grundbotschaft des Romans aufgefallen. Auch wenn sie zu Beginn noch nicht sofort erkennbar ist, entfaltet sie sich im Laufe der Geschichte deutlich. Sie zeigt sich sowohl in den Entscheidungen der weiblichen Figuren als auch in dem, was sie bereit sind zu geben – sei es für andere, für eine größere Sache oder für sich selbst. Als Neuerzählung des klassischen Ariadne-Mythos bedient sich das Buch vieler bekannter Elemente – etwa dem Minotaurus, der zentral für die Handlung ist, sowie den Figuren Theseus, Dionysos und Phädra, Ariadnes Schwester. Dabei schlägt die Autorin einen Weg ein, der insgesamt weniger kontrovers und deutlich zugänglicher ist. Es wirkt, als wolle sie die Geschichte eher auf eine sanfte, beinahe versöhnliche Weise erzählen, anstatt sich zu sehr in die düsteren Tiefen des Mythos zu wagen. Genau darin liegt für mich auch eine Schwäche des Buches: In vielen Momenten hätte ich mir eine dunklere, rauere und realistischere Darstellung der Mythenwelt gewünscht. Manche Aspekte, gerade bei Nebenfiguren, wirkten mir zu weich, zu unentschlossen – fast schon blass. Die Charakterisierung von Theseus hingegen war hervorragend gelungen: facettenreich, widersprüchlich, und letztlich sehr menschlich. Auch Phädra, ihre Entwicklung und ihre Geschichte konnten mich überzeugen. Doch andere Figuren – zum Beispiel Ariadnes Mutter oder eine später auftauchende Nebenfigur – blieben für mich zu oberflächlich. Ihre mangelnde Tiefe und emotionale Wirkung empfand ich als störend. Ein weiterer Punkt, der mir aufgefallen ist: Es wirkt stellenweise sehr deutlich wie das Debüt einer Autorin. Die Handlung ist teilweise vorhersehbar, manche Wendungen lassen sich früh erahnen. Das ist an sich nichts Schlechtes, aber man merkt, dass hier noch Raum zur Reifung besteht – im Plot, im Stil und vor allem in der Charakterentwicklung. Trotzdem gibt es viele Aspekte, die mir gut gefallen haben. Besonders hervorheben möchte ich die Tatsache, dass ein eher unbekannter Mythos neu belebt wurde – und das auf eine kreative, moderne Weise. Figuren, die in der Originalerzählung keine Stimme hatten, bekommen hier Raum und Bedeutung. Die Darstellung von Theseus und Dionysos hat mich ebenfalls beeindruckt. Ihre manipulativen Seiten werden klug in Szene gesetzt, und als Leser*in erkennt man erst spät, wie sehr man ihnen auf den Leim gegangen ist. Die Botschaft dahinter ist klar: Man sollte nicht blind vertrauen – besonders nicht Männern, die zu schön scheinen, um wahr zu sein. Sobald man sich auf die Geschichte eingelassen hat, liest sich das Buch angenehm schnell. Es ist weder inhaltlich überladen noch kompliziert in seinen Beziehungen oder Strukturen – und gerade das macht es zu einem rundum unterhaltsamen Leseerlebnis. Die feministische Dimension zieht sich dabei wie ein roter Faden durch das Werk. Manche dieser Aspekte habe ich erst im Nachhinein richtig verstanden – teils auch durch Gespräche mit anderen Leser*innen – und genau das macht das Buch interessant: Es öffnet Interpretationsräume und lädt zum Nachdenken ein. Fazit: Ich, Ariadne ist keine perfekte Neuerzählung eines antiken Mythos – aber eine, die unterhält, zum Nachdenken anregt und einem lange im Gedächtnis bleibt. Die feministische Perspektive, die menschlichen Schwächen der Figuren und der frische Blick auf eine eher unbekannte Geschichte machen das Buch absolut lesenswert. Wer eine tiefgründige, emotional gefärbte, wenn auch etwas sanfte Neuinterpretation sucht, wird hier fündig. Nicht das stärkste Retelling, das ich gelesen habe – aber definitiv eines, das sich lohnt. 4 von 5 Sternen!

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