Dürrst
von Simon Froehling
Ein waghalsiger Roman, der den Bogen von James Baldwins »Giovanni’s Room« zu Fritz Zorns »Mars« und bis hin zu Édouard Louis’ »Im Herzen der Gewalt« spannt. »DÜRRST« – Simon Froehlings zweiter Roman entführt uns nach Athen, Kairo, Edinburgh, Berlin und Zürich, hinein in die Landschaft eines exzessiven, auseinanderbrechenden Lebens. In der paradoxen Realität scheinbarer Freiräume der Besetzer-, Kunst- und Schwulenszene mäandernd erzählt Simon Froehling den Weg einer brutal schmerzhaften Selbstfindung in Bildern von stupender Schönheit.
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Dürrst
von Simon Froehling
Ein waghalsiger Roman, der den Bogen von James Baldwins »Giovanni’s Room« zu Fritz Zorns »Mars« und bis hin zu Édouard Louis’ »Im Herzen der Gewalt« spannt. »DÜRRST« – Simon Froehlings zweiter Roman entführt uns nach Athen, Kairo, Edinburgh, Berlin und Zürich, hinein in die Landschaft eines exzessiven, auseinanderbrechenden Lebens. In der paradoxen Realität scheinbarer Freiräume der Besetzer-, Kunst- und Schwulenszene mäandernd erzählt Simon Froehling den Weg einer brutal schmerzhaften Selbstfindung in Bildern von stupender Schönheit.
Aktuelle Rezensionen(2)
„Du bist gesund genug, dich zu verlieben, beschließt du an einem selbst für Athen ungewöhnlich heißen Oktobermorgen - ja, traust dich sogar zu sagen: gesund genug für die Liebe.“ Simon Froehling's Roman *Dürrst* erzählt die Geschichte eines homosexuellen Mannes, der mit seiner bipolaren Störung kämpft und in Städten wie Athen, Kairo, Berlin und Zürich nach seinem Platz im Leben sucht. Durch die konsequente Erzählweise in der zweiten Person und den Fokus auf bipolare Störungen, fühlt man sich gleichzeitig nah an der Hauptfigur, bleibt aber dennoch distanziert. Die Darstellung der Hochs und Tiefs – von exzessivem Leben bis hin zu Depressionen – lässt die Leser_innen tief in die Gefühlswelt der Figur eintauchen. Froehling, selbst mit der queeren Szene und Kunstwelt vertraut, beschreibt diese Lebenswelten sehr genau und schafft es, die verschiedenen Zeitabschnitte im Leben der Hauptfigur miteinander zu verbinden. Er spielt mit der Chronologie und erzählt die Geschichte nicht in einer linearen Abfolge. Dies spiegelt die innere Unordnung der Figur wider und macht das Buch zu einem eindringlichen Leseerlebnis, was zu beginn etwas verwirren kann. Neben den düsteren Themen wie Bipolarität und Einsamkeit zeigt der Roman auch humorvolle Seiten. Besonders in den Schilderungen des Kunstbetriebs und des bürgerlichen, schwulen Alltags blitzt Satire auf. “Früher hast du dich lustig gemacht über die Grafiker und Architekten und Künstler (und du meinst tatsächlich nur die männlichen), die ausschließlich Schwarz tragen, und über die Theaterregisseure und Autoren und Künstler (ebenfalls männlich), die ständig im Anzug herumlaufen, kombiniert mit T-Shirt und (meist weißen) Turnschuhen. Um zu signalisieren, dass sie es ernst meinen? Zur Welt des großen Geldes gehören? Aber im Herzen Kreative geblieben sind?” Insgesamt ist *Dürrst* ein Buch, das durch seine emotionale Tiefe und ungewöhnliche Erzählweise besticht und die Leser_innen mitreißt. Teilweise verwirrend und anstrengend. “Oft genug ist es nur eine leise, abstrakte Angst, die wie ein schwacher elektrischer Strom durch deinen Hinterkopf säuselt. Meist verschwindet sie, schließt du für ein paar Minuten die Augen und atmest langsam durch die Nase ein und aus, beim Einatmen auf vier zählend, beim Ausatmen auf acht.”
Ein Buch, dass einem Wellengang gleicht und die Leserin in ihrer Wucht erfasst.