Format:Hardcover

Zwölf Stunden am Rande des Berliner Ausgehbetriebs: ein fulminanter Episodenroman über die Nachtarbeiter einer StadtIn einem Kreuzberger Hostel beginnt Sheriff seine Nachtschicht, im Späti gegenüber diskutiert Anna mit ihren Kunden, und Ten steht an der Tür vorm Lobotomy. Während Studenten und Touristen durchfeiern, sind sie wach und erledigen ihren Job. Genauso wie die Notfallsanitäter, Taxifahrer und Polizisten, ohne die das Geschäft mit dem Berliner Nachtleben nicht funktionieren würde. In seinem neuen Roman nimmt Thorsten Nagelschmidt uns mit in die Welt abseits der Partys und erzählt von Einkaufswagen voller Pfandflaschen, von missglückten Überfällen und linken Türen und einem Drogendealer mit Zahnschmerzen, der sich fragt, ob er Freunde hat oder nur noch Stammkunden.

Gegenwarts- & Literarische Fiktion
336 SeitenHardcover
Erschienen an: April 29, 2020

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Aktuelle Rezensionen(2)

4.1(29 ratings)
☆kati☆Rezension von ☆kati☆

Du willst nach Berlin? Das wahre, authentische Berlin erleben? Diese Metropole sehen, riechen und schmecken? Den Puls der Stadt fühlen, ihren Herzschlag hören? Dann lies dieses Buch! Was für eine geniale Milieustudie! Eine Nacht in Berlin, zwölf Stunden Arbeit in Kreuzberg. Da ist der Drogendealer mit Zahnschmerzen, die Frau mit dem Späti, die wieder einmal überfallen wird, der Hostel-Angestellte, der sich mit den Harmlosen, den Schamlosen und den Zahnlosen herumschlägt, die junge RTW-Fahrerin, die im Minutentakt Einsätze bekommt, die Kolumbianerin, die mit ihrem Speedbike vietnamesisches Essen zu ihren Kunden bringt, der Türsteher, der innerhalb einer Sekunde entscheidet, ob du in den Club darfst, die Polizisten der Wache Kreuzberg 36, die wieder einmal eine abgefahrene Nacht erleben, und der Taxifahrer, der eigentlich Musiker sein möchte. Nagelschmidt verwebt die Schicksale all dieser Menschen und vieler weiterer gekonnt zu einer einzigen Nacht. Er zeichnet ein Bild des wahren Lebens, des wahren Berlins. Wir schauen hinter die Kulissen einer Weltmetropole, die weit mehr ist als Regierungssitz, Schinkels Architektur, Partynächte und Stadt der Künste. Berlin ist vor allem die Stadt der Menschen – ihrer Träume, Hoffnungen und Schicksale. Dieses Buch beschreibt die Träume der Menschen, für die Berlin einst ein Hoffnungsschimmer war, als sie ankamen, und heute ein Molloch ist, dem sie sich nicht mehr entziehen können. Eine Stadt, in der du anonym wirst, die dich in ihren Sog zieht und mit der du schließlich verschmilzt. Ich liebe Berlin. Berlin ist und bleibt meine Heimat, auch wenn ich dort heute nicht mehr lebe. Aufgewachsen im Osten der Stadt, bin ich später jahrelang in die Skalitzer Straße gefahren, um dort zu arbeiten. Ich habe in der Oranienstraße zu Mittag gegessen, im Görlitzer Park Pause gemacht. In den Kneipen haben sich Banden gegenseitig abgeknallt, vor dem Büro wurden Dealer hopsgenommen, am 2. Mai lagen kaum noch Pflastersteine auf dem Mariannenplatz. Und doch liebe ich diesen Kiez. Dieses bunte, nicht schillernde, sondern schnoddrige und ehrliche Berlin. Wenn ich Bekannten Berlin zeige, dann immer bei Nacht. Wir laufen – von der KMA über den Alex, weiter in die Oranienburger Straße und in die Hackeschen Höfe. Und wer dann noch nicht genug gesehen hat und noch mehr vom echten Berlin erleben möchte, mit dem gehe ich am nächsten Tag durch Friedrichshain und Kreuzberg. Ich sitze mit ihnen am Schlesischen Tor vor einem Späti, trinke ein Bier und erzähle Geschichten vom wahren Berlin, vom Leben und von den Träumen in dieser Stadt.

FrauE_Rezension von FrauE_

"Jedem Rausschmiss wohnt ein Zauber inne." Ich musste glücklicherweise noch nie jemanden irgendwo rausschmeißen, trotzdem ist dieser Satz bei mir hängengeblieben. Gehört er doch auch noch zu meinem Lieblingkapitel in Thorsten Nagelschmidts Episodenroman "Arbeit". Ausschnitte aus "Unter den Treppen" findet ihr im Slide. Entdeckt hatte ich das Buch auf einer Lesung auf dem Watt en Schlick Fest 2021. Ich hatte Nagelschmidt gar nicht als Programmpunkt für mich vorgesehen, aber ich ließ mich überreden und wurde nicht enttäuscht. Und so konnte ich auch direkt eine signierte Ausgabe vor Ort erwerben. "Arbeit" war lustigerweise meine diesjährige Urlaubslektüre (wieder rund ums Watt en Schlick). Ich musste mir einige Sprüche dazu anhören. Aber ich hätte mir für diese freien Tage keine bessere Lektüre wünschen können. Stundenlang saß ich tief versunken in einem Liegestuhl am trubeligen Strand von Dangast und habe kaum etwas von meinem Umfeld (bis auf den schönen Blick aufs Wasser direkt vor meiner Nase) wahrgenommen. Besser geht's nicht. #thorstennagelschmidt #nagel #muffpotter #arbeit #sfischer #sfischerverlag #urlaubslektüre #wattenschlickfest #dangast #whatiread2022 #booksofinstagram #bookstagram #bücher #lesen #ausgelesen

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